Ein Leiter für zwei Spitalsstandorte. Durch Doppelprimariat des chirurgischen Leiters Schmöller rücken Melker und Amstettner Spital enger zusammen.

Von Markus Glück. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:00)
Friedrich Schmöller ist neuer Leiter der chirurgischen Abteilung.
Glück

Seit Anfang Jänner hat die Chirurgie mit Friedrich Schmöller einen neuen Leiter. Der gebürtige Oberösterreicher arbeitete 20 Jahre im Elisabethinen Ordenskrankenhaus in Linz, bevor er 2003 Leiter der Abteilung Chirurgie und Gefäßchirurgie in Amstetten wurde.

Dort bleibt Schmöller Leiter, wodurch die intensive Kooperation und der Austausch zwischen den beiden chirurgischen Abteilungen im LKH Melk und Amstetten verstärkt werden sollen. Laut Schmöller ändert sich durch die Neubesetzung auch die genaue Bezeichnung der Chirurgie von „Allgemeiner Chirurgie mit Unfallchirurgie“ zu „Allgemeiner Chirurgie mit Viszeralchirurgie“.

Schmöllers Vorgänger Heinz Werner war Unfallchirurg. „Die Spezialausbildungen haben sich in den letzten 30 Jahren verändert. Die Unfallchirurgie ist in der Ausbildung im Bereich der Orthopädie angesiedelt. Es hat auch vorher keine eigenständige Abteilung gegeben. Die unfallchirurgische Versorgung ist außerhalb der Abteilung erfolgt“, betont Schmöller. Den Kritikern, die bemängeln, dass es in Melk aktuell keine unfallchirurgische Versorgung gebe, nimmt der neue chirurgische Leiter dennoch den Wind aus den Segeln: „Es wird weiterhin eine Basisversorgung im Bereich der Unfallchirurgie im Rahmen der Kernarbeitszeiten durch Fachärzte der Unfallchirurgie geben.“

Bessere Vernetzung zwischen Standorten

Derzeit befindet sich im Krankenhaus Melk ein Facharzt mit unfallchirurgischer Ausbildung. Im Bedarfsfall kann das LKH Melk auf andere Schwerpunktkrankenhäuser zurückgreifen und sich dort Unfallchirurgen „ausborgen“.

Durch das Doppel-Primariat von Schmöller in Amstetten und Melk soll es an beiden Klinik-Standorten auch zu einer besseren Auslastung im Bereich der Operations-Kapazitäten kommen.

Zukünftig sollen in der Bezirkshauptstadt vor allem planbare chirurgische Eingriffe wie etwa eine Krampfadern-OP, Leistenbruch-OP oder eine Gallen-OP durchgeführt werden. Akuteingriffe werden in Amstetten versorgt. „Melk verfügt über zwei topmoderne Operationsräumlichkeiten. Durch die Aufteilung schaffen wir eine bessere Auslastung und eine intensivere Ausbildung unserer Fachärzte.“