Melk

Erstellt am 03. November 2018, 05:00

von Markus Glück

Causa Jungbunzlauer erreicht Stadtpolitik. Grüne fordern Gemeinderäte zum Handeln auf. Weiderbauer fürchtet Lärm- und Geruchsbelästigung für Melker.

Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer  |  Gleiß

Nach dem Resolutionsantrag gegen den Bau des Jungbunzlauerwerkes in Bergern (Zelking-Matzleinsdorf) der Emmersdorfer Grünen machen jetzt auch die Melker Grünen verstärkt mobil. Stadtrat Emmerich Weiderbauer fordert dabei alle Gemeinderäte auf, im Rahmen des derzeit aufgelegten Raumordnungsprogramms in den Gemeinden Zelking-Matzleinsdorf und Leiben eine Stellungnahme abzugeben.

Weiderbauer: "Hochsensibles Naherholungsgebiet"

„Ich wünsche mir, dass Jürgen Eder mit der SP-Ortschefin in Leiben und Patrick Strobl mit dem VP-Bürgermeister in Zelking-Matzleinsdorf das Gespräch suchen. Gerade in Melk werden wir den Lärm und Gestank aufgrund des Westwindes abbekommen“, kämpft Weiderbauer bereits seit Bekanntwerden der Jungbunzlauer-Pläne gegen das Werk.

Neben der Beeinträchtigung für die Bevölkerung warnt er aber auch vor einer Zerstörung der Landschaft und der Tourismusregion. „Hier wird in ein hochsensibles Naherholungsgebiet mit einem angrenzenden Natura2000-Gebiet eingegriffen“, ärgert sich Weiderbauer, der sich wünscht, dass auch die Melker Bevölkerung bis 5. November in Zelking-Matzleinsdorf ihre Stellungnahme abgibt.

„Es steht den Mandataren frei, eine Stellungnahme abzugeben. Persönlich werde ich das aber sicher nicht tun.“Peter Rath, ÖVP

Zwar werden laut Weiderbauer Arbeitsplätze geschaffen, diese werden dafür aber in vorhandenen Unternehmen und der Tourismussparte zerstört. „Ich verstehe auch nicht, dass sich das Stift in dieser Sache so ruhig verhält.

Bereits einmal haben die Einwände des Stiftes ein Kohlekraftwerk in der Region verhindert“, wünscht sich Weiderbauer einen gemeinsamen Kampf mit den Benediktinern gegen das Werk. Zwar blieb eine NÖN-Anfrage an die Verantwortlichen des Melker Stifts zur Causa unbeantwortet, aus vertraulicher Quelle war aber zu vernehmen, dass diese keinen Einwand gegen den Bau haben.

Eder: "Weltkulturerbe Wachau gehört geschützt"

Konfrontiert mit den Wünschen der Grünen, betont SP-Stadtparteichef Jürgen Eder, die Bedenken der Grünen zu teilen und auch zu verstehen: „Das Weltkulturerbe Wachau gehört geschützt. Ich werde meiner Parteikollegin, Bürgermeisterin Schwarz, in einem Gespräch die Bedenken der Melker Bevölkerung mitteilen.“

Anders sieht die Sache VP-Fraktionsobmann Peter Rath. Er warnt davor, Entscheidungen nur aufgrund eines Bauchgefühls zu treffen. „Wir sollten zuerst alle Gutachten abwarten. Derzeit ist es ein reines Bauchthema.“ In der Volkspartei wird es keinen Klubzwang zur Thematik geben, allerdings heißt es: „Wir beschweren uns, dass die Leute pendeln müssen. Hier werden Arbeitsplätze vor der Tür geschaffen. Es steht den Mandataren frei, eine Stellungnahme abzugeben. Persönlich werde ich das aber sicher nicht tun.“