Ein Verlust, ein Start, eine Idee. Während Bipa-Filiale verschwindet, ist Schnapsbrennerei geöffnet. Pop-up-Store soll die City künftig beleben.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 16. Oktober 2019 (05:37)
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Es ist ein leidiges Thema der Bezirkshauptstadt: Während im Sommer das Geschäft der Innenstadtbetriebe brummt, gerät der Wirtschaftsmotor aufgrund mangelnder Touristen im Herbst meist ins Stocken.

Dieses Jahr startet die dritte Jahreszeit gleich mit einer schlechten Nachricht für die Melker City. Jahrelang brodelte bereits die Gerüchteküche, jetzt ist es fix: Der Bipa-Markt am Rathausplatz wird seine Türen schließen. Bis wann die Filiale noch offen ist, ist derzeit noch unklar. Bis Redaktionsschluss gab es von Bipa keine Stellingnahme zur geplanten Schließung in der Bezirkshaupstadt.

„Durch einen Pop-up-Store bekommen wir in regelmäßigen Abständen ein neues Warenangebot in unserer Altstadt“ Ute Reisinger, VP-Stadträtin

Zwei gute Nachrichten gibt es aber auch. Fabian Sautner und Tabea Bachinger eröffneten ihre Schnapsbrennerei „Tastedillery“ in der Fußgängerzone. Derzeit können im Kellergewölbe – neben der Eigenproduktion der beiden, dem „Ischgl-Gin“ – verschiedene Getränke verkostet und gekauft werden. „Wir sind aber kein klassisches Lokal, bei uns gibt’s kein Sitzenbleiben“, erklärt Sautner, warum es keine Sitzmöglichkeiten innerhalb der Räumlichkeiten gibt. „Die wird es nur im Sommer im Gastgartenbereich geben. Wir fokussieren uns rein auf’s Verkosten und Verkaufen“, informiert er.

Mit einem neuen Innenstadt-Projekt will VP-Stadträtin Ute Reisinger langfristig die Leerstände in der Innenstadt reduzieren. Gemeinsam mit den Hauseigentümern und den Gewerbetreibenden will sie einen Pop-up-Store in Melk etablieren. Das Konzept stammt aus dem oberösterreichischen Enns, wo seit knapp zwei Jahren die Idee umgesetzt wird. „Die Erfahrung hat dabei ergeben, dass eine Hälfte in der Stadt langfristig ein Geschäftslokal sucht“, erklärt Reisinger.

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Eine Tür öffnet sich, die andere schließt: Die Bipa-Filiale verschwindet aus der Fußgängerzone, die „Tastedillery“ ist in Betrieb.

Derzeit wird ein geeigneter Standort in der Altstadt gesucht. Die Vermietung soll dabei zwischen einer Woche und maximal sechs Monaten erfolgen. „Durch einen Pop-up-Store bekommen wir in regelmäßigen Abständen ein neues Warenangebot“, sagt Reisinger.

Im Fokus stehen dabei die Gewerbe Handwerk und Genuss. Die Vermietung soll an Einzelhändler, nicht an Ketten, erfolgen. Im Vorfeld gab es auch bereits erste Gespräche mit Ausstellern auf der Schallaburg, die derzeit monatlich ihre Waren in der Burg verkaufen. Reisinger hofft bei den Pop-up-Stores auch auf den Eventcharakter: „Solche Geschäfte bringen einen zusätzlichen Branchenmix und locken oftmals neues Publikum in die Innenstadt.“ Vonseiten der Gemeinde will man Interessierte vor allem mit PR und Werbung unterstützen sowie die Rutsche zu den Vermietern legen.