Einsatz in Innenstadt: Wenn es um jeden Zentimeter geht. Müssen Einsatzkräfte in die City, wird‘s schnell eng. Messpunkte sollen helfen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 13. August 2019 (04:15)
Franz Gleiß/Stadt Melk
Drahtseilakt: Werden die Einsatzkräfte zu einem Notfall in der Innenstadt alarmiert, geht es um jeden Zentimeter. Regelmäßig wird die Durchfahrtsbreite in Melk überprüft.

Im Sommer wollen alle den Platz an der Sonne. Seien es die vielen Touristen und Einheimischen, die die besten Tische in den Lokalen der Innenstadt wollen – oder eben die Gastronomen, die mit attraktiven Sitzgelegenheiten ein Plus in der Kasse wittern. Schanigärten hin, Stehtische im Freien her: Wenn aber im Ernstfall ein Rettungswagen durch die Melker Altstadt muss, wird es im wahrsten Sinne des Wortes schnell eng.

Damit bei Einsätzen Rettung, Feuerwehr und Notarzt schnell zu Stelle sein können, gibt es regelmäßige Begehungen in der City, um die vorgegebene Fahrbahnbreite von drei Metern zu überprüfen. „Dabei sind alle Einsatzkräfte eingebunden“, weiß die zuständige VP-Stadträtin Ute Reisinger.

„Das ist keine berechnende Taktik der Wirte für einen größeren Gastgarten – die Tische verrücken über den Tag einfach.“Ute Reisinger, ÖVP

Zuletzt stand eine solche „Stippvisite“ auf der Tagesordnung – also streiften sie gemeinsam in einem Feuerwehrauto an Lokalen, Souvenirstandln und Altstadtgeschäften vorbei durch die Innenstadt. Und dabei stach den Beteiligten besonders eins ins Auge: Mit zunehmender Frequenz in der City verrutschen die Tische der Lokalbetreiber in Richtung Innenstadt. Dort, wo im Notfall ein Einsatzfahrzeug vorbeisausen können muss.

„Das ist aber natürlich keinesfalls eine berechnende Taktik der Wirte für einen größeren Gastgarten“, betont Reisinger. „Wenn viele Leute sich über den Tag hinsetzen und wieder aufstehen, verrücken die Sessel und Tische einfach.“ Aus diesem Grund wurden nun kleine Messpunkte angebracht, damit sich die Gastronomen bei der Aufstellung ihrer Garnitur orientieren können. „Etwa an neuralgischen Punkten wie dem Hauptplatz“, erläutert die Stadträtin weiter. Diese sind auch nur bei genauerem Hinsehen erkennbar. „Sie sollen ja auch nur eine Hilfestellung sein“, schmunzelt Reisinger.