Eislaufplatz: Billigste Variante kostet 50.000 Euro. SP-Stadtrat Jürgen Eder legt für Neustart Konzept vor. VP-Mandatar Patrick Strobl will Lage neu bewerten.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:00)
An einem Konzept für die Rettung des Melker Eislaufplatzes feilt derzeit die Stadtpolitik.
 
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Ein Leck in der Anlage beim Eislaufplatz ließ die diesjährige Eislaufsaison ins Wasser fallen. Um einer drohenden Schließung des Eislaufplatzes zuvorzukommen, wurde der zuständige SP-Stadtrat Jürgen Eder bereits über die Weihnachtsfeiertage aktiv und sammelte Angebote und Konzepte.

Laut Eder gibt es zwei Varianten für die Sanierung des Eislaufplatzes. Einerseits die Erneuerung der Eismatten oder die Anschaffung synthetischer Plastikplatten. Erstere sind mit Kosten von rund 50.000 Euro Eders Favorit: „Wir könnten mit unserer Kühlanlage weiter arbeiten. Für Ausbesserungsarbeiten würden weitere 2.000 Euro fällig, diese kann aber der Wirtschaftshof erledigen.“

Die Kosten für die Plastikplatten belaufen sich auf rund 220.000 Euro, wobei es durch diese auch Nachteile für Eiskunstlauf gibt.

Eder will keine weitere Eislauf-Saison verlieren

SP-Stadtrat Jürgen Eder sorgt sich um die Finanzkraft der Stadtgemeinde.
Stadt Melk/ Gleiß

Um nicht eine weitere Saison zu verlieren, drückt Eder aufs Gaspedal: „Ich will noch vor der Wahl eine Entscheidung des Bürgermeisters.“ Bei einem Gespräch am Montag präsentierte der Stadtrat seine Ideen den anderen Fraktionen. „Ich bin gespannt, ob Melk eine zweite Meinung neben der ÖVP akzeptiert und die Strobl-ÖVP ihr Wort hält und mitzieht“, spricht Eder die Zusage der ÖVP und Parteichef Patrick Strobl für den Erhalt des Platzes an.

Den angesprochenen Stadtparteichef gehen die Vorhaben von Eder zu schnell. „Ich will keine Schnellschüsse, sondern offene Fragen klären, etwa einen Plan für die nächsten zehn Jahre oder wie eine Bewirtschaftung aussehen könnte.“ Zudem betont Strobl, dass es der ÖVP immer um den Erhalt des bestehenden Platzes gegangen ist: „Jetzt ist die Situation neu und wir müssen neu bewerten“, meint Strobl, der auch an die Absage der SPÖ an das Haushaltsbudget für 2018 erinnert: „Ich frage mich, wo der zuständige Referent das Geld hernehmen möchte.“

Sauer auf die Aussagen von Strobl reagiert Eder, der ein klares Bekenntnis zum Eislaufplatz fordert. „Wir brauchen den Mut für die Bevölkerung anzupacken. Ich will, dass er zu seinem Wort steht.“

Widrich: "Suchen Anfang Februar Gespräch mit Finanzreferenten"

VP-Stadtparteichef Patrick Strobl warnt beim Thema Eislaufplatz vor Schnellschüssen.
Glück

Beruhigung in die Debatte versucht VP-Bürgermeister Thomas Widrich zu bringen. „Wir werden in der ersten Stadtratssitzung Anfang Februar das Gespräch mit dem Finanzreferenten suchen. Wir wollen die beste Variante und dabei alles auf den Tisch legen“, betont Widrich auch den Wunsch nach einer Lösung.

Fernab der Politik wünscht sich diese auch Wirt Uka Halilaj. Er betreibt das Restaurant „Melkerblick“ neben dem Wachaubad. Die Badegäste im Sommer sind zwar sein Hauptgeschäft, aber das Ausbleiben der Eisläufer reißt eine Lücke in sein Budget: „Von zwei Monaten Geschäft im Jahr kann ich nun einmal nicht leben.“

Er hat auch einen Lösungsvorschlag parat: „Wenn ich Stadtrat wäre, hätte ich schon um Sponsoren bei der ansässigen Wirtschaft gefragt. Beim SC Melk funktioniert das ja auch so.“ Außerdem besteht Halilaj auf eine Freizeitbeschäftigung im Winter. „Wir sind eine Bezirkshauptstadt und bis auf den Eislaufplatz gibt es nichts, was man in Melk während der kalten Jahreszeit machen kann. Nicht jeder kann sich einen Ski-Urlaub leisten.“ Trotz der Flaute im Lokal ist der Wirt optimistisch. „Wenn alle an einem Strang ziehen, wird es klappen“, so Halilaj.