Grüne machen gegen Lärmquellen mobil. Stadtrat Weiderbauer fordert Nachtfahrverbot für Güterzüge. Über Hunderter auf A1 möchte er im Ausschuss diskutieren.

Von Markus Glück. Erstellt am 01. Mai 2018 (04:50)
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Symbolbild

Die lärmenden Güterzüge, die nächtens durch die Bezirkshauptstadt donnern, sind den Grünen seit Längerem ein Dorn im Auge. Als VP-Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch aus Eichgraben (Bezirk St. Pölten-Land) vergangenes Jahr im Landtag einen Antrag zum Thema Nachtfahrverbot für lärmende Güterzüge einbrachte, wurden die Grünen hellhörig.

"Antrag zeigt, dass nicht nur Melk vom Problem betroffen ist“Emmerich Weiderbauer

„Der Antrag zeigt, dass nicht nur Melk vom Problem betroffen ist“, freute sich damals Grünen-Landtagsabgeordneter Emmerich Weiderbauer. Und auch VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann zeigte Freude über den Antrag: „Allerdings ist die Hauptstrecke ausgelastet und ich verstehe, dass die ÖBB auch eine Ausweichstrecke benötigt.

Weiderbauer hoffte, dass mit dem Resolutionsantrag wieder mehr Fahrt in das Thema kommt. Vergebens: Der Antrag versandete. „Die Problematik besteht aber nach wie vor“, betont Weiderbauer, der sich von der ÖBB in den Nachtstunden zumindest den Einsatz von lärmarmen Güterzügen wünscht.

Im Hinblick auf die neue Bundesregierung glaubt der Ex-Abgeordnete aber nicht, dass es zu Verbesserungen kommen wird: „Da geht es derzeit eher um mehr Tempo und ich bin überzeugt, dass mit der aktuellen Konstellation im ÖBB-Vorstand die Thematik wenig Beachtung findet.“

Generell kritisieren die Grünen die zunehmende Steigerung von Lärmquellen in der Stadt. Weiderbauer: „Ich nehme die Anliegen des Wachaurings zur Kenntnis, werde aber künftig schauen, dass ich an Rennwochenenden nicht in der Stadt bin.“

Diskussion über Hunderter auf „West“

Während die FPÖ derzeit eher in Richtung 140 km/h auf der Autobahn geht, denkt Weiderbauer laut über einen Hunderter auf der Westautobahn im Bereich der Stadtgemeinde nach. „Man soll im Ausschuss darüber diskutieren dürfen. Es geht darum, Lärmquellen zu reduzieren und die Lebensqualität der Bevölkerung zu erhöhen“, so Weiderbauer. Er weiß, dass er sich mit dieser Meinung nicht nur Freunde macht.

Weiderbauer kann sich bei seiner Forderung auch auf eine aktuelle VCÖ-Studie stützen. Dabei zeigt sich, dass in Niederösterreich der Kfz-Verkehr der größte Lärmerreger ist. Insgesamt fühlen sich im gesamten Land rund 260.000 Bürger durch Verkehrslärm gestört. „Lärm ist nicht nur ein Ärgernis. Dauerhafter Lärm macht krank“, weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen darauf hin, dass eine dauerhafte Lärmbelästigung von 65 Dezibel gesundheitsschädigend ist.

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