Hafenspitz nimmt jetzt Form an. Mehr als ein Jahrzehnt dauerte die Planung für Neugestaltung des Donauhafens.

Von Markus Glück. Erstellt am 30. Juli 2019 (02:53)
Grafik: Bischof; Foto: Haslinger/extremfotos.com

Es ist ein bereits mehrere Jahre andauerndes Projekt, in welches in den letzten Monaten zunehmend Bewegung kam: das Projekt Melker Hafenspitz. Zuletzt fanden Gespräche zwischen dem Land Niederösterreich, den Schifffahrtsbetreibern, der ViaDonau und der Stadtgemeinde Melk statt, im Zuge derer die aktuellen Pläne durchbesprochen wurden.

VP-Bürgermeister Patrick Strobl ist zuversichtlich, dass im Herbst eine Präsentation des Projektes stattfindet: „Einige Details müssen noch abgeklärt werden. Bis Herbst sollten wir das schaffen.“

Die ersten Planungen starteten bereits im Jahr 2006, 2012 gab Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) eigentlich den Startschuss. Es folgte jahrelange Verzögerung.

Jahrhundertprojekt vor dem Abschluss

„Für uns ist das ein Jahrhundertprojekt, welches jetzt vor dem Abschluss steht“, freut sich der Projektverantwortliche und VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann.

Wie von der NÖN bereits berichtet, ist der Neubau der Brücke über den Donaualtarm im Herbst der Startschuss für die Belebung der Donauinsel.

Mit dem Neubau müssen auch die beiden Verkaufsgebäude von DDSG und der Brandner Schifffahrt weichen. Diese sollen gemeinsam im ehemaligen Agentie-Gebäude, nach Spitzer Vorbild, zusammengefasst werden. Daneben gibt es auch Pläne, die Ausflugsschifffahrt vom Altarm an die Donau zu verlegen und damit einen gemeinsamen Hafen zu schaffen. Neben dem Agentiegebäude soll auch ein Waldspielplatz entstehen.

Campingplatz übersiedelt

Durch die Einführung der Buspark-Gebühren im Bereich der „Donauinsel“ plant die Stadtgemeinde auch die Schaffung eines größeren Busparkplatzes für rund 20 Busse sowie 40 Pkw- und 20 Fahrradabstellplätze.

Die neu geschaffenen Pkw-Parkplätze sind vor allem durch die Verlegung der Linienschifffahrt wichtig geworden. Den Platz dafür soll eine Übersiedlung des Campingplatzes auf Eigengrund der Familie Jensch bringen.

Campingplatz-Verlegung kostet 200.000 Euro

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmten die Mandatare bereits der Verlegung des Campingplatzes auf Eigengrund der Familie Jensch-Scherzer samt teilweiser Kostenübernahme zu. Die Übersiedlung vom derzeitigen Areal links neben das Fährhaus ist wichtig, da ansonsten eine Umgestaltung zu modernen Busparkplätzen nicht möglich wäre.

Die gesamte Verlegung des Campingsplatzes kostet rund 200.000 Euro. Die Stadtgemeinde übernimmt dabei die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte bezahlt die Betreiberfamilie des neuen Campingplatzes. „Die Verlegung ist auch im Interesse der Gemeinde, da wir damit die Infrastrukturmaßnahmen für das künftige Schifffahrtszentrum optimieren können“, betont Kaufmann.

Erleichtert ist er auch darüber, dass nun eine Einigung erzielt wurde. Die Stadt verhandelte bereits 2012 mit dem damaligen Pächter. „Damals war keine Bereitschaft vorhanden. Jetzt sieht es Gott sei Dank anders aus“, ist der Vizebürgermeister zufrieden.

Startschuss erfolgt bereits im Herbst

Der Startschuss für den Brückenbau soll ebenso wie die Verlegung des Campingplatzes noch in diesem Jahr erfolgen. Die Fertigstellung des gesamten Projektes „Hafenspitz“ ist laut Kaufmann im Jahr 2021 geplant. „Wir werden immer nur von Oktober bis April arbeiten, damit wir die Tourismussaison nicht stören.“ Offiziell wird das Projekt im Herbst präsentiert.

Zufrieden ist die Stadt auch mit der Einführung der Parkgebühren für Busse. In den ersten Wochen verzeichnete die Stadtgemeinde bereits Einnahmen im fünfstelligen Bereich.