Haltlose Behauptungen: Streit um Asylzahl. FPÖ stellt aktuelle Zahl von Asylwerbern in Frage und spricht von Probleme bei Asylquartieren. Polizei dementiert.

Von Markus Glück. Erstellt am 20. September 2016 (03:30)
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Ein Bericht des Grünen-Stadtrates Emmerich Weiderbauer zur aktuellen Anzahl von Asylwerbern in der Stadt Melk brachte die beiden FP-Mandatare Franz Ofner und Thomas Gruber in Rage.

Die von Weiderbauer vorgestellte Zahl von 127 Asylwerbern, die derzeit in der Stadt untergebracht sind, titulierte Ofner schlichtweg als unwahr. Dabei forderte die FPÖ auch die Nennung der Personen, die bereits Asylberechtigung haben.

„Die Zahlen sind falsch. Die Leute wollen wissen, wie viele Asylanten es gibt“, ärgerte sich Ofner. Laut FPÖ gibt es zudem Polizeieinsätze und massive Beschwerden von Anrainern bei Asylquartieren in der Stadt. „Mir sind keine Polizeieinsätze bekannt“, konterte Weiderbauer.

Er erhält dabei Unterstützung von VP-Bürgermeister Thomas Widrich: „Bei der Beschwerde, von der Sie sprechen, geht es nicht um Asylwerber, sondern um Menschen mit Migrationshintergrund. Wir führen dort auch bereits Gespräche.“

"Die Zahlen sind schwierig zu eruieren"

Nachgefragt beim Bezirkspolizeikommando über Polizeieinsätze in den Quartieren der Stadt teilt Kriminaldienstreferent Karl Nestelberger mit, dass es zu keinen Einsätzen gekommen ist.

Emotional reagierte auch SP-Stadtrat Jürgen Eder auf die Aussagen der Stadt-Blauen: „Wir wissen, wie die Propagandamaschinerie der FPÖ funktioniert, ich bitte Sie, das hier zu unterlassen und endlich die Thematik zu verstehen.“ Und in Richtung Ofner: „Ich habe einfach ein Problem mit dem Blödsinn, den Sie hier verzapfen.“

Da auch Weiderbauer aktuell keine Schwierigkeiten bekannt sind, stellte er ein Angebot an Ofner: „Wenn ein Problem bekannt ist, rufen Sie mich an, und wir reden darüber.“

Um die Lage zu entschärfen, versprach Widrich, sich die Datenlage nochmals anzuschauen. „Die Zahlen sind schwierig zu eruieren, denn niemand erzählt uns bei der Anmeldung, ob er Asylberechtigter ist. Die Berechtigung kann zudem Jahrzehnte alt sein“, gibt er zu bedenken.