Haus abgebrannt: Benefizaktion gefiel nicht jedem. Konzert brachte für Melker Familie, deren Haus abbrannte, rund 4.000 Euro als Unterstützung. Hilfsaktion schmeckte aber nicht jedem Melker, wie Organisatoren berichten.

Von Markus Glück. Erstellt am 27. November 2018 (05:00)
Beim Benefizkonzert: Angelika Kammerer, Jürgen Eder, Antonio Costei, Bernhard Rubick, Thomas Fellner und Nina Raubek (vorne, v. l.) sowie Anton Linsberger, Beatrix Leeb, Alexandru, Mariana, Gratian und Gabriel Costei sowie Direktor Manfred Neureiter ((hinten v. l.).
Stadt Melk/Gleiß

Bei einem verheerenden Brand Anfang September wurde das Haus der Melker Familie Costei schwer in Mitleidenschaft gezogen. Um der Familie unter die Arme zu greifen, haben Lehrer, Schüler und Freunde der Neuen Mittelschule Melk eine Hilfsaktion für die Familie – drei Kinder waren Schüler der Mittelschule – gestartet.

„Es ist egal, ob es eine österreichische, polnische oder rumänische Familie ist. Wenn jemandes Haus brennt, gehört demjenigen geholfen.“Organisator Thomas Fellner

Eine Aktion, die aber nicht jedem Bürger in Melk schmeckte. „Sammelt lieber für eine österreichische Familie und nicht für Rumänen“ oder „Gibt es keine Melker Familie, der geholfen werden kann?“, bekamen die Organisatoren mehrmals zu hören, und das, obwohl die Familie bereits seit mehreren Jahren fest in Melk verwurzelt ist.

Rund 4.000 Euro gesammelt

Beim zweitägigen Benefizkonzert, bei dem rund 4.000 Euro für die Familie gesammelt wurden, ging NMS-Lehrer und Organisator Thomas Fellner auf die menschenverachtenden Aussagen und die zunehmende Verrohung in der Gesellschaft ein: „Es ist egal, ob es eine österreichische, polnische oder rumänische Familie ist. Wenn jemandes Haus brennt, gehört demjenigen geholfen.“ Gegenüber der NÖN betont Fellner nochmals, dass die Herkunft der Menschen egal ist. „Es geht darum, den Menschen zu helfen, egal woher sie stammen“, erklärt Fellner.