Jungbunzlauer: Eigener Experte soll Werksbau prüfen. Gemeinderat engagiert unabhängigen Experten, um Auswirkungen des Baus in Bergern auf Melker Stadtgebiet zu erörtern.

Von Markus Glück. Erstellt am 05. November 2019 (03:45)
Jungbunzlauer
Dass die geplante Zitronensäurefabrik in Bergern (Zelking-Matzleinsdorf) Auswirkungen auf die Bezirkshauptstadt haben könnte, beschäftigt den Melker Gemeinderat.

Das Thema Jungbunzlauer lässt den Melker Gemeinderat nicht los. Nach der Kritik der Grünen an der öffentlichen Informationsveranstaltung mit Vertretern von Jungbunzlauer Ende Juni will die Stadtgemeinde jetzt einen eigenen Sachverständigen beauftragen. Dieser soll die möglichen Auswirkungen der geplanten Fabrik in Bergern auf das Melker Gemeindegebiet, vor allem in Hinsicht auf Wasserverbrauch und Emissionen, fachlich einschätzen.

Zuletzt wurde von der Firma Jungbunzlauer eine CD mit rund 4.000 Seiten an Dokumenten an die Stadtgemeinde übermittelt. „Jeder Gemeinderat kann sich die CD gerne holen. Wir haben aber im Stadtrat beschlossen, dass wir hier jemanden zurate ziehen“, erklärt VP-Stadtchef Patrick Strobl.

Als unabhängigen Experten wählte der Gemeinderat den Oberösterreicher Bruno Sternad aus. Seine Fachgebiete liegen in den Bereichen Natur- und Umweltschutz sowie Chemie.

Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer betont nochmals, dass diese Fabrik „in der Region nichts verloren“ habe. „Innerhalb eines Tages hatten wir 100 Unterschriften aus Melk beisammen, damit wir eine Parteienstellung im Verfahren erhalten“, argumentiert Weiderbauer.

Weiderbauer: „Gestank bekommen wir ab“

Die Installierung eines Sachverständigen sehen die Grünen als wichtigen Schritt. „Die Bevölkerung hat ein Recht, die Wahrheit zu erfahren. Mir sind die Auswirkungen nicht egal. Den Gestank bekommen wir in Melk ab“, meint Weiderbauer.

Die FPÖ ortet durch die Installierung eines eigenen Sachverständigen Misstrauen gegenüber dem Land Niederösterreich. „Misstraut die Stadt-VP der Landes-VP? Dort ist die Sache ja schon längst durch. Wozu brauchen wir also einen eigenen Sachverständigen?“, wundert sich Josef Sulzberger (FP). Einen Rüffel für die Aussage gibt es von Strobl: „Wir sind hier im Rathaus und nicht in einer Parteizentrale. So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört.“

Die Sinnfrage stellt auch FP-Mandatar Thomas Gruber. Von der SPÖ unterstützt Stadtrat Jürgen Eder die Idee: „Es fehlt uns die fachliche Kompetenz, deshalb ist es gut, wenn wir einen Sachverständigen zuziehen.“