Güterzug-Verkehr: Hoffen auf ruhige Nächte. Seit Jahren plagen lärmende Güterzüge Melker und Loosdorfer, die in der Nähe der Bahngleise wohnen. Gespräch mit ÖBB und Betroffenen soll Lösung bringen.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 02. November 2018 (05:00)
Weingartner

Es sind die Melker Grünen, die das Thema immer wieder auf die Tagesordnung setzen: lärmende Güterzüge, die nächtens durch die Bezirkshauptstadt donnern. Immer wieder betont Grünen-Stadtrat Emmerich Weiderbauer den Wunsch, zumindest in den Nachtstunden lärmarme Güterzüge einzusetzen. Ein Dorn im Auge der Grünen ist auch, dass die Güterzüge immer wieder von der Hochleistungsstrecke auf die alte Strecke durch das Stadtgebiet ausweichen.

„Wir hören immer wieder Kritik aus der Bevölkerung, die vor allem die Nachtstunden betreffen“VP-Bürgermeister Patrick Strobl

Das Lärmproblem durch Güterzüge ist aber nicht nur ein Melk-Spezifikum. Bei einem Termin mit Loosdorfs SP-Bürgermeister Thomas Vasku und Melks VP-Bürgermeister Patrick Strobl wurde ebenso über die Güterzüge diskutiert.

„Wir hören immer wieder Kritik aus der Bevölkerung, die vor allem die Nachtstunden betreffen“, erklärt Strobl. Er will sich – gemeinsam mit der ÖBB – die aktuellen Zahlen und deren Entwicklung anschauen. Um hier mehr Druck auf die ÖBB zu erzeugen, initiieren Vasku und Strobl einen „Round Table“ aller betroffenen Gemeinden im Bezirk Melk. „Mit den betroffenen Bürgermeistern in Krummnußbaum, Pöchlarn und Ybbs soll es eine bessere Abstimmung geben, um mit einer Stimme zu sprechen“, betont Strobl. Ein erster gemeinsamer Termin ist für Ende November geplant.

Dass jetzt Bewegung in diese Thematik kommt, freut auch Vasku. Immer wieder melden sich leidgeplagte Loosdorfer bei ihm, da der Lärm der Güterzüge sie um den Schlaf bringt.

„Lärmschutzwand ist für mich zu wenig“

„Diese Problematik zieht sich wie ein Kaugummi. Wir hoffen, dass wir, wenn wir als Gruppe von Gemeinden auftreten, mehr Gehör und schlussendlich eine Lösung finden.“ Und von der hat Vasku klare Vorstellungen: lärmärmere Züge und weniger Fahrten in der Nacht. „Bloß Lärmschutzwände quer durch die Orte aufzustellen, ist für mich zu wenig. Wir brauchen eine langfristige und optisch vertretbare Lösung“, betont der Loosdorfer Ortschef gegenüber der NÖN.