Projekt Kronbichl: Doch billiger als gedacht. Ersatzstraße nicht mehr notwendig. Projekt rund um Kanalsanierung sowie Straßen-Neugestaltung soll nach Aufschüben im Frühjahr 2022 endlich starten.

Von Markus Glück. Erstellt am 15. September 2021 (05:40)
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Das Projekt Kronbichl wird billiger als ursprünglich erwartet.
Glück

Es war im Frühjahr 2019, als die Stadtgemeinde verkündete, den rund 70 Jahre alten Kanal am Kronbichl zu sanieren und dabei auch die Straße neu zu gestalten sowie eine Breitbandinternet-Verbindung zu verlegen. Für die Bauarbeiten sollte eine neue Verbindungsstraße geschaffen werden, die die Albrechtsbergerstraße, die eigentlich eine Sackgasse ist, mit der Prinzlstraße verbindet.

Nach Bürgerbedenken, diese betrafen vor allem die Auflösung der Sackgasse, und Verzögerung bei der Planung verschob die Stadt das Projekt ins Frühjahr 2020. Im Juli des selben Jahres beschloss der Gemeinderat, auf Anraten von Vize Wolfgang Kaufmann (ÖVP) den Widerruf der Ausschreibung für das Kronbichl-Projekt. Nicht zum ersten Mal: Bereits im vorangegangenen Dezember zog die Stadtgemeinde aufgrund massiv überhöhter Angebote das Projekt zurück.

Mit einer Angebotssumme von knapp 3,17 Millionen Euro wurde die Kostenschätzung der Stadt um knapp 30 Prozent bzw. 719.000 Euro überschritten. ÖVP-Stadtchef Patrick Strobl betonte damals gegenüber der NÖN, bis zur nächsten Ausschreibung etwaige Sparpotenziale für das Projekt auszuloten. Im Sommer 2020 wurde dann ein Konsolidierungspaket beschlossen, um die klamme Finanzkasse zu entlasten. Darin fand sich auch das Projekt Kronbichl, welches für den Zeitraum 2022 bis 2024 vorgesehen sei.

Mischwassersystem reicht weiterhin aus

Jetzt könnte das Projekt aber doch schneller umgesetzt werden als gedacht. Und deutlich billiger: So habe ein Gutachter erkannt, dass der hohe Aufwand für ein Trennsystem von Regenwasser und Fäkalien nicht notwendig sei, ein Mischwassersystem reiche weiterhin völlig aus. Durch den Schwenk ist auch die rund eine Million Euro teure Ersatzstraße nicht mehr relevant. „Wir haben versprochen, das Projekt umzusetzen, da es notwendig ist. Bisher gab es aber massive Kostenüberschreitungen. Durch die Einsparungen und die aktuell niedrigen Zinsen ist eine Umsetzung jetzt aber möglich“, erklärt Strobl.

Eine Umsetzung soll bereits im Frühjahr 2022 erfolgen, da im Wohngebiet derzeit auch laufend Wasserrohrbrüche gemeldet werden. Erleichtert über die baldige Umsetzung zeigt sich auch SPÖ-Gemeinderat John Haas: „Die Bevölkerung hat nach mehr als sieben Jahrzehnten die Sanierung verdient. Wir hoffen, dass es zu keiner Verzögerung mehr kommt.“