Radweg-Projekt spaltet die Geister. Grünen und Radlobby Melk fordern Begegnungszone und Diskussion über Projekt. ÖVP verweist auf Sitzung im Oktober.

Von Markus Glück. Erstellt am 09. Juli 2019 (03:45)
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Radlobby-Obmann Christian Höller und Radlobby-Mitglied und Grünen-Mandatarin Berta Höller zählten den Radfahrverkehr.

Mit Block und Stift bewaffnet saßen die Mitglieder der Melker Radlobby in der vergangenen Woche in der Rollfährenstraße, um den Radverkehr zu zählen. Grund dafür sind die geplanten Umbauarbeiten der Straße. „Die aktuellen Pläne richten sich nach dem Auto- und Busverkehr. Wir warnen vor einem massiven Eingriff in die Donau-Au als Naherholungsgebiet“, erklärt Obmann Christian Höller. Er fordert eine öffentliche Präsentation, bei der auch die Bürger ihre Wünsche äußern können.

Die Sorge der Radlobby teilen auch die Grünen. Parteichefin Bettina Schneck brachte in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag zur Neugestaltung der Rollfährenstraße im Hinblick auf den Radverkehr ein. „Wir wollen den Erholungsfaktor in der Au erhalten und fordern eine Begegnungszone in diesem Bereich“, meinte Schneck.

Wie von der NÖN bereits berichtet, plant die Stadtgemeinde im Zuge des Projektes „Donauspitz“, neben der Brücke über den Donau-Altarm, auch die Rollfährenstraße zu renovieren.

Durch die geplante Verlagerung der Linienschifffahrt vom Altarm an die Donau rechnet die Stadtgemeinde auch mit einer Steigerung des Verkehrsaufkommens von derzeit rund 33.000 Befahrungen pro Jahr. Bei der Rollfährenstraße wird es im Zuge der Straßenverbreiterung einen eigenen Geh- und Radweg – ohne Benützungspflicht und auf einer Ebene – geben. Zudem erfolgt ein Tempo-30-Limit.

Kaufmann gab Einblicke in die Umbauarbeiten

VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann betonte in der Debatte, dass die aktuelle Lösung mit der BH Melk und fünf Sachverständigen ausgearbeitet wurde. „Das ist die beste Lösung. Zudem ist der Radweg erst im Oktober Thema im Gemeinderat“, sagte Kaufmann. Für Schneck könnte es da aber zu spät sein: „Wir wollen seit Monaten darüber reden. Im Oktober machen wir den Beschluss, da ist es für Veränderungen zu spät. Unser Naherholungsgebiet ist in Gefahr.“ Von einem Naherholungsgebiet „Rollfährenstraße“ will VP-Stadtchef Patrick Strobl aber nichts wissen: „Das Naherholungsgebiet ist nicht die Rollfährenstraße.“ Verärgerung herrschte bei der ÖVP auch darüber, dass die Thematik nicht im Ausschuss oder Stadtrat besprochen wurde. „Es gibt dazu keinen Antrag. Euch geht es nur darum, das Thema medienwirksam zu platzieren“, ärgerte sich Ute Reisinger (VP).