16-Jähriger wollte mit Falschgeld einkaufen. Ein Jugendlicher aus Melk bestellte Spielgeld im Internet und wollte damit im Supermarkt zahlen. Er kommt mit einem blauen Auge davon: Ein Jahr bedingte Haft.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 23. Februar 2021 (16:39)
Symbolbild
APA (dpa/Archiv)

Über 400 Geldscheine im Wert von mehr als 18.000 Euro und das zum Spottpreis von nur 19 Euro, bot ein chinesischer Hersteller auf einer Website unter der Bezeichnung Spielgeld/Filmrequisiten an. Ein Lehrling aus Melk stieß zufällig darauf und packte das falsche Geld in seinen Warenkorb. Jetzt sitzt er deswegen vor dem Jugendrichter.

„Ich habe es bestellt, damit ich mich einmal fühlen kann, als hätte ich viel Geld“, meint der bereits vorbestrafte Angeklagte etwas bedrückt. Die Sache ist nur: Allein schon der Besitz von Falschgeld ist in Österreich strafbar und die Weitergabe desselben erst recht. Ein paar Tage später versuchte der 16-Jährige mit zwei falschen Zehnern an der Supermarktkasse zu zahlen. Die Kassiererin erkannte das Falschgeld und verständigte die Kaufhausdetektivin und diese die Polizei. Der 16-Jährige bekam Panik und flüchtete durch den Hinterausgang, wenige Minuten später griffen ihn die Beamten auf. Er übergab ihnen das restliche Falschgeld, dass er in einem Tresor lagerte. 

Ob es bei dem einen Versuch mit Falschgeld zu zahlen geblieben wäre? „Ich wollte es nur einmal probieren. Ich hätte schon ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn es funktioniert hätte. Es ist ja nicht richtig. Mir waren die Konsequenzen nicht bewusst“, sagt der Angeklagte. Das glaubt ihm Richter Markus Grünberger nicht. Auch der Staatsanwalt geht davon aus, dass der Angeklagte mehrmals versucht hätte mit Falschgeld zu bezahlen, wäre sein erster Versuch nicht fehlgeschlagen. Der Verteidiger bittet um eine milde Strafe, sein Mandant komme aus schwierigen Verhältnissen und habe jetzt endliche ein geregeltes Leben.

Richter Grünberger verurteilt ihn zu einem Jahr bedingter Haft mit einer dreijährigen Probezeit und Bewährungshilfe. „Heute kommen Sie mit einer eindringlichen Warnung davon“, sagt der Richter. „Sie kommen nicht in Haft, weil sie einen Job haben und heute keinen schlechten Eindruck gemacht haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.