Tierschutzverein schlägt Alarm: „Tiere brauchen Hilfe“. Tierschutzverein „Robin Hood“ meldet Missstand in Melk. Ein schnelles Einschreiten scheitert laut Obfrau an Bürokratie.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. Februar 2019 (04:50)
Robin Hood
Nachbarn meldeten sich beim Tierschutzverein „Robin Hood“, da über hundert Tiere in Melk nicht artgerecht untergebracht sind.

Bis zum Bauch in Dreck und Kot: Der Tierschutzverein „Robin Hood“ erstattete Anzeige gegen einen Melker, der zwei Ziegen, zwei Schafe sowie mehr als 100 Hühner, Enten, Truthähne und Gänse in einer verwahrlosten Unterkunft hält. „Wir haben versucht, mit dem Besitzer der Tiere zu sprechen, aber er brach das Gespräch ab“, erläutert Obfrau Marion Löcker.

Also startete das normale Prozedere in solchen Fällen. Auf die Anzeige folgte eine Besichtigung des Amtstierarztes vor Ort. Bei Mängeln werden dem Halter Auflagen erteilt, in Extremfällen die Tiere weggenommen. Ob sich die Situation in Melk seitdem geändert hat? Das weiß Löcker nicht. „Wir haben die Tierschutzombudsstelle mehrmals kontaktiert. Aber wir dürfen laut Gesetz nichts erfahren. Es wurden wohl Auflagen erteilt“, erläutert sie.

Robin Hood

Dass es aufgrund der Amtsverschwiegenheit keine Auskunft vonseiten der Behörde gibt, verhindert laut Löcker ein schnelles Einschreiten. Die Mühlen der Bürokratie mahlen ihr zu langsam: „Diese Tiere warten im Dreck auf ihre Rettung. Es wird für uns Tierschützer zunehmend schwieriger. Immer neue Gesetze, neue Barrikaden.“ Nachgefragt bei Bezirkshauptmann-Stellvertreter Gottfried Hagel und NÖ Tierschutzombudsfrau Lucia Giefing, betonen die beiden, dass jeder Hinweis umgehend behandelt wird.

Behörde verhing Auflagen für Tierhalter

„Dem Halter wurden Auflagen erteilt, die auch kontrolliert werden. Datenschutzrechtlich gilt aber eben die Schweigepflicht“, erklärt Hagel. Genau darin liegt für Löcker das Problem. „Eine konstruktive Zusammenarbeit ist demnach gar nicht möglich. Das würde aber Sinn machen“, meint sie. Vor allem, da ihr Telefon ständig läutet. Laut der Obfrau melden immer mehr Menschen Tierquälerei. „Wir als freiwilliger Verein gelangen an unsere Grenzen. Katzen wurden uns sogar schon über den Zaun geworfen“, berichtet sie.

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