Schluss mit gratis Parken für Busse. Um viel diskutierte Mautgebühr zu umgehen, sollen Busunternehmen zugunsten des Brückenbaus zur Kasse gebeten werden.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 09. April 2019 (05:40)
Denise Schweiger
Geht der Beschluss diese Woche durch den Gemeinderat, gibt es entlang der Rollfährestraße in Zukunft kein kostenfreies Parken mehr für Autobusse.

„Während ich Bürgermeister bin, wird kein Melker Bürger Maut zur Überquerung einer Brücke zahlen“, versprach VP-Stadtchef Patrick Strobl, als im Vorjahr ein Wegzoll zur Finanzierung der neuen Behelfsbrücke Richtung Schiffsanlegestelle heiß diskutiert wurde. Und dieses Versprechen hält er auch. Stellvertretend für alle, die die Brücke benutzen, sollen nämlich jetzt die Busunternehmen zur Kasse gebeten werden. Diese müssen zwar auch keine Maut zahlen – aber Parkgebühren. Mit diesen Einnahmen will die Stadtgemeinde ihren Anteil der Bauarbeiten der Brücke von rund 1,7 Millionen Euro tilgen.

„Fakt ist, dass wir mit Oktober 2019 mit der Errichtung der neuen Brücke starten wollen“, erläutert der Bürgermeister, dass die zündende Idee für ein Finanzierungsmodell bereits drängte. Touristische Überlegungen im Bereich der Bewirtschaftung habe es laut Strobl auch schon seit Längerem gegeben. Busparkgebühren in der Wachau seien schließlich auch nichts völlig Neues: In Dürnstein etwa ist das bereits gelebte Praxis. Für eine Parkdauer bis zu zwei Stunden müssen Busunternehmer 20 Euro zahlen. Wird das Fahrzeug über zwei Stunden abgestellt, verdoppelt sich die Gebühr. Zum Vergleich: Pkw-Lenker zahlen dort für zwei Stunden Parkzeit nur drei Euro.

Parkgebühr richtet sich nach Dürnsteiner Preis

Die Preise für die Melker Busparkplätze werden sich nach dem Dürnsteiner Vorbild richten. „Das Ziel ist, ein einheitliches System in der Wachau zu schaffen“, erklärt Strobl. Dieses Konzept wird dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt. Naturgemäß wenig Freude damit haben die regionalen Busunternehmen.

Michael Ringsmuth von Zwölfer Reisen in Melk bekundete gegenüber der NÖN die Hoffnung, dass Melk gebührenfrei bleibt. Warum gerade die Autobusbetreiber in die Tasche greifen sollen, kann Christoph Mitterbauer vom Ybbser Bus- und Reisezentrum Mitterbauer absolut nicht nachvollziehen. Er ist der Meinung, dass auch die Tourismusregionen etwas bieten müssen – und dazu gehören für ihn auch kostenlose Parkflächen. „Wenn Touristen per Bus in der jeweiligen Region Station machen, sollte man diese doch nicht mit Gebühren abstrafen“, schüttelt er den Kopf.