„Vorstadtweib“ in der Besetzung der „Zehn Gebote“. Das Mauerblümchen der Austro-Serie, Gerti Drassl, zeigt in Melk eine ganz andere Seite.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 10. Februar 2020 (11:23)

Nun hat es endlich geklappt. Schon lange bemüht sich Sommerspiele-Intendant Alexander Hauer, Gerti Drassl auf die Melker Bühne zu holen. In der 60. Jubiläumsausgabe der Sommerspiele dieses Jahr gelingt es: Die Bozner Schauspielerin, die man aus vielen Theater-, Film- und Serienproduktionen wie etwa die „Vorstadtweiber“ kennt, spielt heuer erstmals in der Wachauarena.

„Bisher ist es sich aus zeitlichen Gründen nie ausgegangen“, erläutert die 41-Jährige, warum es bis dato nicht geklappt hat. Auf ihre Premiere bei den Melker Sommerspielen freut sich Drassl dafür jetzt umso mehr: „Ich habe zwar noch keine Texte gelesen, freue mich aber aufgrund der Autorinnen auf jeden einzelnen sehr.“

Als das – zumindest anfänglich – prüde „Vorstadtweib“ Maria Schneider kennen Fans der Serie Drassl in der erfolgreichen Austro-Produktion. In Melk wird man sie von einer anderen Seite sehen.

Liebe, Sünde, Verführung – im diesjährigen Sommerspiele-Stück, die „Zehn Gebote“, befassen sich zehn Autoren in kurzen Dramoletten mit Verboten und der Versuchung, diese zu brechen. Für Drassl ein spannendes Thema – denn auch für sie ist die Versuchung ab und an groß, wie sie gegenüber der NÖN verrät. „Wenn Schlemmen eine Sünde ist, verfalle ich ihr gerne!“, lacht sie.

Hauer: „Ein tolles Geburtstagsgeschenk“

Dass Drassl dieses Jahr das Sommerspiele-Ensemble verstärkt, ist für Hauer ein „wunderbares Geburtstagsgeschenk“ zum 60. Jubiläum: „Gerti ist für mich eine unglaublich faszinierende und vielseitige Schauspielerin. Ich freue mich sehr.“ Das diesjährige Stück setzt sich mit dem Motto „Wie wir leben wollen“ und Fragen zu Freiheit, Moral und Pflicht auseinander. Drassls Vorstellung davon? „Offenheit ist ein Begriff, der mir im Bezug auf das Leben immer sehr wichtig ist.“