Zuglärm raubt den Anrainern den Schlaf. Bürger aus Loosdorf, Melk, Pöchlarn, Krummnußbaum und Ybbs beschweren sich über Personen- und Güterverkehr auf Altstrecke. Grüne fordern Maßnahmenpaket.

Von Markus Glück. Erstellt am 17. September 2020 (05:42)
Symbolbild
NOEN, ÖBB

Fünf Gemeinden schlossen sich im Frühjahr 2019 zusammen, um den Güterzugverkehr auf der Altbau-Strecke den Kampf anzusagen. Die Resolution der Bürgermeister aus Loosdorf, Melk, Pöchlarn, Krummnußbaum und Ybbs beinhaltete drei Kernpunkte: die Reduzierung der Frequenz, schalltechnische Verbesserungen und den Umstieg auf leisere Güterzüge. Wenig später stieg Krummnußbaum aus. Seither war es ruhig um die Resolution geworden.

In den Sommermonaten flammte aber wieder die Debatte über die „lärmenden Güterzüge“ auf, in den letzten Wochen wurden zudem auch vermehrt Railjets und ICE auf der Altbaustrecke gesichtet. Federführend im Kampf gegen den Zuglärm ist Grünen-Gemeinderat Emmerich Weiderbauer: „Es wäre von den ÖBB zumindest nett, wenn sie uns die Veränderungen mitteilen würden. Es ist unerträglich, da auch die Lärmschutzwände keinen Erfolg bringen.“ Er plädiert weiterhin dafür, dass nur Güterzüge in angepasstem Tempo, ähnlich der Tempo-50-Regelung im Ortsgebiet für den Fahrzeugverkehr, die Altbaustrecke in den Nachtstunden nutzen dürfen. „Es braucht dafür endlich ein ÖBB-Konzept, wie sie die Situation für die Anrainer verbessern wollen. Die ÖBB eiert zu sehr herum“, findet Weiderbauer.

Abstimmung über weiteres Vorgehen

VP-Stadtchef Patrick Strobl kennt die Problematik, und hat diesbezüglich auch Kontakt mit SP-Nationalratsabgeordnetem Alois Schroll aufgenommen, der bei der Resolution an vorderster Front stand. Die Überlegung ist, wie weiter vorgegangen wird.

Eine Spitze in Richtung der Grünen kann sich Strobl dann aber nicht verkneifen: Weiderbauer beschwert sich seit Jahren. Jetzt hat er eine Grüne als Verkehrsministerin, vielleicht sollte er mit ihr das Gespräch suchen.“ „Keine Sorge, ich führe bereits Gespräche mit Leonore“, kontert der Grüne.

Bei den ÖBB wird der gesteigerte Zugverkehr in den letzten Wochen auf Bauarbeiten zurückgeführt, wodurch Züge von der Neubau- auf die Altbaustrecke umgeleitet wurden. Den Vorwurf, die Anrainer nicht informiert zu haben, lässt man sich aber nicht gefallen. „Es wurden Anrainer-Informationen versendet, zudem haben auf den Bahnhöfen Plakate auf die Arbeiten hingewiesen“, betont ÖBB-Sprecher Christopher Seif.