90 Prozent weniger Touristen im Stift Melk. Bis Jahresende rechnen Verantwortliche mit 50.000 anstelle von 550.000 Touristen und damit mit Millionenverlusten.

Von Markus Glück. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:23)
Touristen sind im Stift Melk derzeit leider Mangelware.
Glück

Ein ungewohntes Bild zeigt sich derzeit im Stift Melk. Wo man sich normalerweise im Hochsommer seinen Weg durch Touristenmassen bahnen muss, trifft man jetzt nur vereinzelt Individualtouristen.

Mit dem Erliegen der Donauschifffahrt ist auch der Tourismus im Stift beinahe zum Stillstand gekommen. Waren es im vergangenen Jahr rund 550.000 Touristen, die die beliebte Sehenswürdigkeit besuchten, rechnet Wirtschaftsdirektor Karl Edelhauser mit einem Rückgang um 90 Prozent. Eine Katastrophe für die wirtschaftliche Situation – der Rückgang bedeutet ein Minus von zumindest sechs Millionen Euro.

„Jetzt ist Hauptferienzeit. Wir müssen aber froh sein, wenn wir heuer 50.000 Touristen schaffen“, bedauert Pater Martin Rotheneder. Auch beim Lokalaugenschein der NÖN zeigte sich eine fast gespenstische Ruhe – kein einziger Bus, freie Parkplatz in der ersten Reihe des großen Stiftsparkplatzes. Dafür hat sich die Art der Touristen verändert, wie Rotheneder erklärt: „Es sind viele Familien mit Kindern, die mehr Zeit haben als Bustouristen. Auch der Park wird vermehrt besucht.“

Auswirkungen hat die Situation auch auf die Mitarbeiter des Stiftes: Der Großteil befindet sich derzeit in Kurzarbeit. Von 65 Kulturvermittlern sind derzeit nur 20 Personen im Einsatz. „Das Defizit ist sehr hoch und die Situation ist nicht planbar.“, hofft Abt Georg Wilfinger auf eine Verbesserung 2021. Um Kosten zu sparen, wurden sämtliche geplanten Projekte verschoben.