Darf‘s noch ein bisserl mehr sein?. Verkehr ist Wahlkampf-Thema Nummer eins: Mehr Straßenbau oder Verkehrsreduktion?

Von Markus Glück, Denise Schweiger und Peter Führer. Erstellt am 08. September 2019 (13:49)
Ingrid Vogl
Die Donaubrücke Mauthausen sorgt im Bezirk Amstetten immer wieder für Diskussionen. Zuletzt gipfelte der Unmut der Bevölkerung in einer Resolution.

In den ländlichen Regionen des Mostviertels ist die Verkehrsthematik vorherrschendes Thema im Nationalratswahlkampf.

Im Mittelpunkt dabei steht vor allem der öffentliche Verkehr, der durch den Ausbau der VOR-Linien einen Aufschwung erleben soll. „Die Buslinien sind wichtig und müssen bekannter werden. Es wird aber weiterhin den Individualverkehr brauchen“, betont VP-Wahlkreiskandidat Georg Strasser. SP-Kandidat Alois Schroll wird nicht müde, die Notwendigkeit eines Klimatickets zu betonen: „Mit einem Euro pro Tag für ein Öffi-Ticket heben wir die Attraktivität.“

Brücke Mauthausen sorgt für Diskussion

Die Annahme des öffentlichen Verkehrs macht aber auch den Ausbau von P&R-Anlagen notwendig. Zuletzt gab es in St. Valentin und Amstetten Verbesserungen, in Melk und Pöchlarn wird derzeit nach Lösungen gesucht. „Ein Ausbau wird in Zukunft notwendig sein. Ein Umstieg auf die Bahn ist ein Beitrag für die Umwelt“, betont Edith Mühlberghuber (FPÖ). Magdalena Brottrager (NEOS) ortet bessere Zubringer für die Pendler: „Das würde ‚Hotspot-P&R-Anlagen‘ entlasten.“

Für Diskussionsstoff als wichtige Pendlerstrecke sorgte zuletzt auch immer wieder die Donaubrücke Mauthausen. Für Strasser ist eine Lösung zwischen Nieder- und Oberösterreich erstrebenswert: „Der Bereich ist ein Nadelöhr und ich hoffe, dass die Suche nach der optimalen Variante bald abgeschlossen ist.“

Um eine Entlastung des Verkehrs geht es auch in Ybbs. Dort hofft die Bevölkerung durch ein Lkw-Fahrverbot zwischen Grein und Ybbs auf Entlastung. Für Mühlberghuber gibt es zur Donaubrücke in Ybbs keine Alternative: „Ein generelles Verbot ist nicht durchführbar, Alternativen sind aber strengere Kontrollen von Mautflüchtlingen.“ Einen wahren „Mautflüchtlings-Korridor“ ortet Bernhard Seidl (Liste Jetzt) in der gesamten B3. „Als extremes Wirtschaftsgebiet muss sich das Mostviertel aber um Verkehrsberuhigung bemühen“, ist seine Devise. Die geplante Waldviertel-Autobahn ins Südliche Waldviertel ist Seidl der größte Dorn im Auge. Derselben Meinung ist Grünen-Kandidatin Bettina Schneck: „Das Waldviertel ist auch ein Erholungsgebiet.“