Plötzlich sind im Wahlkampf alle grün. Klimaschutz polarisiert: Von CO2 -Steuer bis zu fossilen Treibstoffen und Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Von Denise Schweiger, Markus Glück und Daniela Führer. Erstellt am 18. September 2019 (04:54)
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Vom politischen Ladenhüter zum Wahlkampf-Thema Nummer Eins: Der Klimaschutz ist von keinem Wahlprogramm mehr wegzudenken. Umweltthemen hefteten sich bislang vor allem die Grünen auf die Fahne, im Nationalratswahlkampf zeigen nach Greta Thunberg und den „Fridays for Future“ alle politischen Couleurs einen Grünstich.

Dass der Klimaschutz in der öffentlichen Debatte angekommen ist, freut Grünen-Wahlkreis-Spitzenkandidatin Bettina Schneck. „Wir sind die Letzten, die das Ruder herumreißen können. Es braucht aber die stärkere Einbindung der Wirtschaft.“ Sie selbst versucht, möglichst oft das Auto stehen zu lassen, Lebensmittel aus der Region zu kaufen und Plastikmüll zu vermeiden. In der Region wünscht sie sich den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Carsharing-Modelle.

CO2-Steuer und Mobilitätsfrage

Für SP-Wahlkreis-Spitzenkandidat Alois Schroll steht der Klimaschutz auch auf der politischen Agenda. Als Politiker wünscht sich Schroll den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs und verweist auf die Ybbser Verkehrsbetriebe. „Eine CO2 -Steuer macht keinen Sinn, wenn die Leute nicht die Chance haben auf ein öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen.“

Außer Frage steht für NEOS-Kandidatin Magdalena Brottrager indes die CO2-Steuer. „Wir setzen uns für die Einführung einer aufkommensneutralen CO2-Steuer ein. Wir wollen Schadstoffausstoß einen Preis geben, um gleichzeitig die Steuern auf den Faktor Arbeit drastisch zu entlasten.“

Mobilität entscheidet über das Klima – dieses Credo verfolgt VP-Kandidat Georg Strasser. „Auch aus regionaler Sicht ist die Energiefrage essenziell für diese Thematik. Bioethanol, Holzgas und Biogas – Varianten für den fossilen Treibstoff sind zukunftsweisend“, erläutert er.

Dass der Klimaschutz ein „grünes Thema“ sei, sieht FP-Kandidatin Edith Mühlberghuber so nicht. „Wir, die FPÖ, sind die Heimatpartei. Und die ist auch eine Umweltpartei“, argumentiert sie. Geht es nach Bernhard Seidl, Wahlkreis-Spitzenkandidat der Liste Jetzt, greift das Wort „Klimaschutz“ entscheiden zu kurz. „Viel wichtiger wäre, den Umweltschutz unter die Leute zu bringen.“ Er fordert den Ausbau der Öffis, um die „Pkw-Lawine, die sich durchs Mostviertel schiebt“ einzudämmen.