Zeitungsgeld aus Langeweile gestohlen. Weil sie den Kick suchten, knackten vier junge Leute die Zeitungskassen in den Bezirken Melk, Scheibbs und Amstetten auf.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 12. August 2020 (04:02)
APA (dpa/Symbolbild)

Während andere Jugendliche im Lock-down zu Hause waren, setzten die vier sich ins Auto und machten die Bezirke unsicher. Am Landesgericht St. Pölten mussten sich ein 17-Jähriger (Scheibbs), ein 19-Jähriger (Amstetten), ein 29-Jähriger (Scheibbs) und eine 19-Jährige (Melk) wegen Diebstahl durch Einbruch verantworten.

„Es war einfach eine spontane Idee“, erklärte der Jüngste, als der Richter ihn fragte, warum sie die Zeitungskassen aufknackten. Das Quartett war öfters unterwegs, aber dieses Mal suchten sie den besonderen Kick. Alkohol war laut den Angeklagten nicht im Spiel. „Habt ihr euch eine große Beute erhofft?“, fragte der Richter nach. Doch dies verneinten sie. „Wir haben das Geld einfach gesammelt und gar nicht geschaut, wie viel es ist“, teilte der 19-Jährige mit. An insgesamt 19 Orten in den Bezirken Amstetten, Scheibbs und Melk brachen sie 29 Zeitungskassen auf. Am ersten Tag kamen sie noch ungeschoren davon. Doch dann wurden sie übermütig. „Wir haben uns nichts dabei gedacht. Erst als uns die Polizei verfolgte, hatten wir Panik“, erzählte ein Beteiligter.

„Wir haben uns nichts dabei gedacht. Erst als uns die Polizei verfolgte, hatten wir Panik.“Teilte der 19-jährige Angeklagte dem Richter mit

Mittels Bolzenschneider und Bohrer machten sie sich nochmals ans Werk. Die ausgeräumten Behälter haben sie aus dem Fenster geworfen. „Es war irgendwie so eine Art Mutprobe“, versucht sich der 19-Jährige zu rechtfertigen. Der Älteste der Partie zitterte, als er seine Aussage tätigte. „Ich war nur der Fahrer und wollte beim zweiten Mal schon gar nicht mehr“, verteidigte er sich. Er fuhr freiwillig mit der Polizei dann alle Stellen ab und zeigte ihnen die beschädigten Kassen. Der Richter verdonnerte sie zu ehrenamtlichen Tätigkeiten von 80 bis 120 Stunden. Die Schadenssumme von 1.824 Euro ist bereits beglichen worden.