Philipp Dietrich zum Schluss ganz oben. Im letzten Saisonrennen des Suzuki-Cups holte sich der Petzenkirchner Philipp Dietrich den Sieg. Dabei hätte ihm ein Unfall fast einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Von Michael Bouda. Erstellt am 15. September 2021 (02:08)
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Am obersten Treppchen: Philipp Dietrich (Mitte) konnte in Brünn Platz eins bejubeln. Wie es nächste Saison weitergeht, ist noch unklar.
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Zuerst war es gar nicht sicher, ob ein Start am letzten Rennwochenende des Suzuki Cups Europe in Brünn möglich sein wird. Mitte August hatte Philipp Dietrich im letzten Rennen in der Slowakei einen schweren Unfall. Teamkollege Christoph Zellhofer fuhr ins Bankett, woraufhin sich sein Auto auf der Fahrbahn eindrehte. Dietrich konnte das Malheur erst spät sehen und kollidierte mit Zellhofer bei Tempo 150.

Zellhofer erlitt eine Gehirnerschütterung, Dietrich kam ohne Verletzung davon, sein Suzuki war aber stark beschädigt. „Es war eine große Havarie“, sagt der Petzenkirchner. Der Motor selbst war zum Glück zwar nicht betroffen, aber so ziemlich alles rundherum – vom Turbo über den Kühler bis zur Aufhängung. Die Reparatur war aufwendig, es ging sich aber für den Start in Brünn aus.

Und das war gut so! Denn schon im ersten der beiden Abschlussrennen holte sich Dietrich den dritten Rang in der Österreicher-Wertung (Gesamtrang fünf). Die Streckenführung in der südtschechischen Stadt liegt Dietrich besonders. „Brünn ist eigentlich eine Achterbahn“, lacht er. „Es geht rauf und runter, es sind uneinsichtige Kurven dabei. Die Strecke ist sehr herausfordernd – aber sie macht einfach Spaß.“

Der große Coup folgte dann in Rennen Nummer zwei. Schon im Training war es gut gelaufen, daraufhin wurde hinten bei Reifendruck und Fahrwerk noch nachjustiert. Dietrich legte einen perfekten Start hin. „Es war ein sehr flüssiges Rennen. Ich habe schnell den Rhythmus gefunden“, schildert er. Dietrich ließ nichts anbrennen und fuhr als erster Österreicher über die Ziellinie – Sieg in der Österreicher-Wertung und Rang vier insgesamt. „Der perfekte Abschluss“, jubelte der Petzenkirchner.

Wiedergutmachung für restliche Saison

Der Sieg im letzten Rennen war dann auch etwas Balsam auf der Seele. Denn die ganze Saison betrachtet, lief es nicht rund für Dietrich. Vor allem die drei unverschuldeten Ausfälle in der Slowakei und Polen kosteten ihm wertvolle Punkte. „Sonst hätte ich die Österreicherwertung vielleicht sogar gewonnen“, ärgert er sich.

Schlussendlich ist es Rang fünf unter den Landsleuten geworden, Rang elf europaweit. Wie es nächstes Jahr weitergeht, weiß Dietrich noch nicht. Derzeit steht er in Verhandlungen mit mehreren Teams. Dietrich: „Eventuell werde ich in einer anderen Rennserie starten, vielleicht aber auch wieder im Suzuki-Cup.“