Kinderporno-Verdacht in Melk: Ermittlungen laufen. Ein Mann im Bezirk Melk soll Kinderpornografie konsumiert haben. Er kündigte Job als Gemeindebediensteter und wurde von einer Blaulichtorganisation suspendiert.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:53)
Schwere Vorwürfe gegen einen Mann im Bezirk: Hat er Kinderpornos konsumiert? Foto: Shutterstock/Volodymyr Plysiuk
Shutterstock/Volodymyr Plysiuk

Im Herbst 2020 klingeln Polizisten an einer Haustür im Bezirk Melk. Eine Hausdurchsuchung wird von den Beamten durchgeführt, denn schwere Vorwürfe werden gegen einen Mann (Name der Redaktion bekannt) erhoben.

Er steht unter Verdacht, Kinderpornografie konsumiert zu haben. „Nachdem eine diesbezügliche Meldung bei uns einlangte, haben wir die Hausdurchsuchung angeordnet“, erklärt Leopold Bien vonseiten der Staatsanwaltschaft St. Pölten, wie es zum Polizeieinsatz kam.

Seit der Hausdurchsuchung herrscht in der betroffenen Gemeinde im Bezirk Verunsicherung. Ein anonymes Schreiben erreichte in der Vorwoche die Redaktion, der Verfasser schreibt von „schlimmen Zuständen“. NÖN-Recherchen bestätigen den Hinweis des Informanten, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen – mittlerweile ehemaligen – Gemeindebediensteten handelt.

Ortschef: „Gab Gespräch mit Betroffenem“

„Wir haben zu diesen Vorfällen keine offizielle Info bekommen, ich kenne auch keine näheren Details. Es gab aber mit dem Betroffenen ein Gespräch, er kündigte aus freien Stücken“, kommentiert der Ortschef die Causa auf Anfrage. Er betont allerdings: „Im Gemeindedienst hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen, nicht im Geringsten.“

Neben dem Job auf der Gemeinde ist der Verdächtige seit dem Bekanntwerden der polizeilichen Ermittlungen auch seine Funktionen bei einer Blaulichtorganisation los.

„Wir haben sofort gehandelt und ihn suspendiert, bis der Fall geklärt ist“, sagt ein Sprecher der betroffenen Organisation gegenüber der NÖN. Dass es auch zu einer Hausdurchsuchung beim Blaulicht-Stützpunkt kam, wie die anonyme Quelle im Schreiben erwähnt, wird ausdrücklich verneint: „Das war nicht der Fall.“

Das Verfahren gegen den Beschuldigten läuft aktuell noch, wie Leopold Bien vonseiten der Staatsanwaltschaft erläutert: „Die Datenauswertung ist noch nicht abgeschlossen, die Polizei ermittelt. Das wird noch Zeit in Anspruch nehmen.“ Laut Bien sei dies das übliche Verfahren bei Kinderporno-Verdachtsfällen. „Meistens wird im Rahmen einer Hausdurchsuchung erhoben, ob der Beschuldigte kinderpornografisches Material besitzt, etwa auf Datenträgern gespeichert hat“, gibt der Staatsanwalt Einblick.

Bis das Verfahren abgeschlossen ist, gilt für den Verdächtigen die Unschuldsvermutung. Falls ihm die Polizisten allerdings nachweisen können, dass er im Besitz von Kinderpornos war oder sich wissentlich Zugang zu solchen im Internet verschafft hat, drohen dem Mann laut dem österreichischen Strafgesetzbuch Geld- bzw. Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren (siehe unten).

Anmerkung: Aus rechtlichen Gründen verzichtet die NÖN auf die Nennung des Ortsnamens sowie der Namensnennung der befragten Personen.