Streit um Kanal-Gebühren in Persenbeug-Gottsdorf. 15.000 Euro muss Persenbeuger nachzahlen. Er ist aber nicht der Einzige, dem von der Gemeinde nachträglich Gebühren für Kanal und Wasser verrechnet wurden.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 25. Januar 2020 (06:42)
Die Rechnungen für die Kanaleinmündungsabgabe aus dem Jahr 2014 bekamen einige Persenbeuger zuletzt zugestellt.
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Den Häuselbauer-Stress hinter sich gelassen – und dann flattert Jahre später eine Rechnung ins Haus. „Ich dachte, ich sehe nicht recht“, erzählt ein Persenbeuger von der unliebsamen Post vonseiten der Gemeinde. Rund 15.000 Euro solle er nachträglich zahlen, denn seine Kanaleinmündungsabgabe soll noch nicht eingelangt sein. Und damit ist der Persenbeuger, der seinem Ärger gegenüber der NÖN Luft machte, nicht alleine.

Eine Aufforderung zur Zahlung der Kanaleinmündungsabgabe haben einige Haushalte in der Gemeinde bekommen. Bei den Zahlscheinen handelt es sich um fehlende Abgaben für das Jahr 2014. Für die Jahre 2015 bis 2018 müssen Betroffene noch mit einer Nachzahlung rechnen.

Betroffen sind Personen, die in diesem Zeitraum ein neues Haus errichtet oder an ihren bestehenden Gebäuden etwas verändert haben. „Das Land hat im Mai festgestellt, dass extrem schlampig abgerechnet wurde und einige Personen keinen Abgabebescheid erhalten haben“, erklärt Gemeinderätin Christa Kranzl (Liste Kranzl).

Kranzl gibt Mitmasser Schuld an dem Desaster

Einige Betroffene haben sich bei ihr bereits gemeldet, dabei geht es um eine Summe von zumindest 50.000 Euro. Kranzl rät, die Summe nicht gleich einzuzahlen, sondern um Ratenzahlung anzusuchen. Sie nimmt SP-Ortschef Manfred Mitmasser in die Pflicht. „Das ist seine Schuld. Daher hat uns das Land auch die Bedarfszuweisungen für 2019 gesperrt.“

„Stimmt alles so nicht. Ende Dezember wurde die Bedarfszuweisung überwiesen“, kontert Mitmasser, der Kranzl attackiert: „Es ist traurig, wenn sie auf solche Methoden angewiesen ist. Scheinbar hat sie das auf Landes- und Bundesebene gelernt. Das kennen wir von ihr.“ Der Ortschef betont, dass eine Zwischenüberprüfung gezeigt hat, dass manche Abgaben noch offen sind: „Diese Personen haben jetzt ein Schreiben bekommen.“

Kranzl ärgert aber nicht nur die Nachforderung, sondern auch die Gebührenerhöhung im Bereich Wasser und Kanal: „Wir schreiben Überschüsse und brauchen keine Erhöhungen.“