Wassergebühr: Zahlschein für die Melker

Erstellt am 17. Juni 2022 | 05:49
Lesezeit: 3 Min
mel11mg_rathaus_melk_T6361476
Bei der Verrechnung der Kanal- und Wassergebühren passierte im Melker Rathaus ein Fehler.
Foto: Glück
Nach Nachzahlung bei Kanalgebühr flatterte jetzt Zahlschein für Wassergebühr ins Haus. Opposition ist verärgert.
Werbung
Anzeige

In Zeiten steigender Kosten ärgert jeder Zahlschein – vor allem, wenn es sich um eine Nachforderung handelt. Ein solcher Zahlschein flatterte die vergangenen Wochen in die Melker Haushalte. Grund: Nach dem „Vergessen“ der Gebühreneinhebung der Erhöhung beim Kanal, wurde jetzt auch das Wasser nachverrechnet. Kanal- und Wassergebühren hängen zwar zusammen, die Zahlscheine wurden dennoch getrennt verschickt, wie der Gemeindeverband für Umweltschutz und Abgabeneinhebung (GVU) gegenüber der NÖN betont. „Hätten wir Kanal und Wasser gemeinsam vorgeschrieben, hätte das den Bürger zusätzlich verwirrt“, erklärt GVU-Geschäftsführer Alois Hubmann.

Bereits Anfang Mai war die Aufregung in der Stadtgemeinde Melk groß, da die Bürgerinnen und Bürger die Nachzahlungen für die Kanalgebühren erreichte. Der Grund für die Nachzahlungen ist ein Malheur in der Verwaltung der Stadtgemeinde gewesen. Weder für Bürger noch Gemeinde ist ein finanzieller Schaden entstanden, der Imageschaden ist aber gegeben. Insgesamt liegt die Höhe der Nachforderung bei 500.000 Euro.

Finanzstadtrat Nikolaus Weinwurm (ÖVP) erklärt, dass die durchschnittliche Erhöhung zwischen 40 und 60 Euro pro Haushalt und Jahr beträgt. „Wie auch schon beim Kanal erörtert, war die Erhöhung beim Wasser deshalb notwendig, da die Gebühr die Gegenfinanzierung für den neu zu errichteten Hochbehälter dient“, sagt Weinwurm.

Kritik an der ÖVP und dem Vorgehen der Stadtgemeinde gibt es abermals vonseiten der Opposition. „Die erneute Empörung der Bürger wegen der jetzt eingehenden Nachzahlung der Wassergebühren ist verständlich, da die Information dazu recht uneindeutig und die Entschuldigung recht halbherzig war“, spricht SPÖ-Klubsprecher Leopold Emminger den „Entschuldigungsbrief“ der Stadtgemeinde und des GVU an. Emminger erinnert daran, dass im Gemeinderat besprochen wurde, dass sich Bürgermeister Patrick Strobl (ÖVP) selbst entschuldigen wollte: „Das ist aber niemals geschehen. Stattdessen mussten sich die GVU und der Stadtamtsdirektor dafür hergeben.“

Die für die Opposition mangelnde Entschuldigung bei den BBürgern kritisiert auch FPÖ-Gemeinderat Rudolf Kuntner. Er fordert alle handelnde Personen auf, die Thematik aufzuklären und künftig eine Abwicklung zu garantieren „wie es sich gehört“. „Und da muss ich den Bürgermeister als oberste Instanz schon fragen, wie das Ganze passieren konnte“, ärgert sich Kuntner.

Werbung