Hochwasser-Dauereinsatz für Florianis im Bezirk Melk. Süden des Bezirks besonders stark von Hochwasser betroffen. Größter Schaden in Ruprechtshofen.

Von Markus Glück. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:15)
Weite Landstriche in der Region Mank wurden durch die schweren Regenfälle stark in Mitleidenschaft gezogen. Plutsch
Plutsch

Keine Entspannung für die Feuerwehren im Bezirk. Bereits den dritten Sonntag in Folge gab es Hochwasseralarm. „Der gesamte Süden des Bezirks war betroffen. Dort versanken wir am Sonntag fast im Wasser“, schildert FF-Bezirkskommandant-Stellvertreter Anton Jaunecker die dramatischen Szenen. Am Höhepunkt befanden sich rund 35 Feuerwehren im Einsatz. Die meisten Probleme bereiteten die Flüsse Ybbs, Mank, Pielach und Melk.

In der Region Mank trat die Melk am Sonntagabend im Bereich Ruprechtshofen über die Ufer. Besonders hart getroffen wurde dabei der Bereich rund um die Volksschule, den Schlachthof Grandits, die Kläranlage und das Altstoffsammelzentrum. Im Bereich des Wohngebietes „Melkfeld“ gab es mehrere überflutete Keller.

In Ruprechtshofen trat am Sonntagabend die Melk über die Ufer und flutete dabei auch mehrere Wohngebiete.
Feuerwehr, Tanja Horaczek-Gasnarek

„Aufgrund der nachlassenden Regenfälle hat sich die Hochwasserlage Sonntagnacht dann entspannt“, erklärt Abschnittskommandant Manfred Babinger. Einen Überblick über die Schäden in Ruprechtshofen hat sich in den Morgenstunden bereits VP-Bürgermeister Leopold Gruber-Doberer gemacht. „Auffallend ist, dass das Wasser stärker im Außenbereich ist, als beim Hochwasser 2009. Es hat sich aber gezeigt, dass sich das Sprengen der Eisenbahnbrücke im Jahr 2014 bewährt hat“, bilanziert Gruber-Doberer.

In Mank wurde der Bereich rund um den Fußballplatz stark getroffen. Die Mitglieder des USC Mank leisteten Sonntagabend noch enormen Einsatz, um eine Überschwemmung von Vereinshaus und Plätzen zu vermeiden. Getroffen hat es in Mank auch das Firmenareal der Firma Kerschner. „Ich bin stolz auf den Zusammenhalt in Mank“, bekräftigt Manks VP-Bürgermeister Martin Leonhardsberger.

Besonders stark betroffen war auch die Region Ybbs . Hotspot war der Bereich um Blindenmarkt, wie Abschnittskommandant Josef Riegler berichtet. Der Ort Ennsbach (Gemeinde St. Martin-Karlsbach) wurde komplett überflutet. In Dürnbach (Petzenkirchen) waren mehrere Häuser betroffen. Probleme gab es auch in Königstetten, Kemmelbach und Neumarkt.

In Neumarkt richtete die Feuerwehr aufgrund der Situation entlang der Ybbs eine Hochwassersperre ein. „Uns taten gerade die lokalen Regenfälle sehr weh“, sagt Riegler. Am Abend musste eine Siedlung mit fünf Häusern unterhalb des großen Rückhaltebeckens im Bereich Gröblerbach evakuiert werden. Eine ältere Person verblieb dabei samt Familie im oberen Stock ihres Hauses.

Aufregung gibt es in Ybbs um das Rückstaubecken Theinstetten. Anrainer beklagen gegenüber der NÖN, dass dieses nicht funktionierte. „Stimmt nicht“, betont SP-Bürgermeister Alois Schroll, „es hat alles richtig funktioniert. Es ist alles gelaufen, wie es sollte.“

Die Region Pöchlarn erwischte es nicht ganz so schlimm. Walter Handl von der Bezirksalarmzentrale stand in engem Kontakt mit den Wehren und war selbst am Sonntag Einsatzleiter der FF Matzleinsdorf. „Die Pöchlarner hatten Verklausungen bei der Erlaufmündung, sechs Unfälle und Auspumparbeiten zu erledigen“, berichtet Handl. Die Wehren Zelking-Matzleinsdorf und Mannersdorf waren mit der Befüllung von Sandsäcken beschäftigt.

In Melk musste der Parkplatz Räcking gesperrt werden. Vorsorglich wurde im Bereich des Feuerwehrhauses in Spielberg der Hochwasserschutz errichtet. Bei der Anlegestelle der Donauschiffe lösten die Melker Pioniere gemeinsam mit den Florianis Verklausungen.