Erstellt am 01. Juli 2014, 07:22

von Walter Fahrnberger

NEF-Standort bleibt! Wie lange, ist offen. Rettungswesen / Trotz zirka 1.200 Einsätzen jährlich stand das Notarzteinsatzfahrzeug in Ybbs und Persenbeug zur Debatte.

Das Notarzteinsatzfahrzeug wird auch in Zukunft in Ybbs und Persenbeug stationiert sein.  |  NOEN, Foto: RK Ybbs/Clemens Harrer
Die Verunsicherungen bei den Gemeindeverantwortlichen in Ybbs, Persenbeug und Umgebung waren in den letzten zwei Wochen groß. Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) stand vor einer ungewissen Zukunft. Der ursprünglich 2013 auslaufende Vertrag mit dem Land NÖ wurde im Vorjahr nur um ein Jahr verlängert. Mit Ende 2014 stand eine neue Ausschreibung im Raum, weshalb der vom Roten Kreuz Ybbs und ASBÖ Persenbeug betriebene NEF gehörig wackelte.

Hintergrund ist eine vom Land angedachte Strukturreform im Rettungswesen. Dabei werden die Kosten und die Standorte evaluiert. Auch eine Reduktion der aktuell 32 Stützpunkte von NEF und NAW (Notarztwagen) auf 25 in NÖ wird überlegt. Fix ist vorerst nur, dass alle NAW künftig als NEF geführt werden. Das heißt, dass der einzige NAW-Stützpunkt im Bezirk, jener in Melk, ab Jahresende ebenfalls schrittweise umgestellt wird. Der NEF Pöggstall ist unbestritten.

„Die Verträge wurden bis auf Weiteres verlängert“

Bei der Debatte um den NEF-Standort in Ybbs/Persenbeug liefen seit zwei Wochen im Hintergrund die Telefone heiß. Offiziell wollte zuletzt niemand Stellung nehmen. Eine voreilige Verunsicherung in der Bevölkerung sollte vermieden werden. Letztlich haben sich alle Parteien in den betreuten Gemeinden vehement für einen Verbleib des NEF Ybbs/Persenbeug starkgemacht.

„Am Donnerstag kam dann die erlösende Nachricht von Wolfgang Sobotka“, ist der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll (SP) erleichtert. „Die Verträge wurden bis auf Weiteres verlängert“, bestätigt auch ein Sprecher von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka im NÖN-Telefonat. Wie lange, das ist noch unklar. Deshalb haben alle Bürgermeister des Ybbser Sanitätssprengels (Ybbs, Petzenkirchen, Bergland, Neumarkt, St. Martin, Blindenmarkt) sowie Vertreter aus Marbach, Persenbeug und Hofamt Priel einen gemeinsamen Brief an Sobotka verfasst und darin eine längerfristige Lösung gefordert.

„Wir versorgen mit dem NEF 30.000 Leute in der Region und springen auch ein, wenn die NAW’s in Scheibbs oder Amstetten unterwegs sind. Das Notarzteinsatzfahrzeug hat schon so viele Leben gerettet und ist auch in Zukunft unverzichtbar“, so der Sprecher der betroffenen Gemeinden Bürgermeister Alois Schroll..

Notarzteinsatzfahrzeug Ybbs/Persenbeug

Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) Ybbs/Persenbeug wird seit 1. Jänner 2008 gemeinsam betrieben und ist abwechselnd beim Roten Kreuz in Ybbs oder beim ASBÖ Persenbeug stationiert.

Einsätze pro Jahr: mit durchschnittlich 1.200 Einsätzen pro Jahr liegt das NEF Ybbs/Persenbeug landesweit im Durchschnitt aller 32 Stützpunkte von NEF oder NAW (Notarztwägen). Mit der durchschnittlichen Ankunftszeit zwischen 5 und 7 Minuten beim Patienten liegt der NEF im Spitzenfeld.

Besetzt ist der NEF jeweils mit einem Notfallsanitäter und einem Notarzt. Zu den Einsätzen folgt stets ein Rettungstransportwagen mit einem Fahrer und einem Sanitäter, der den Patienten, wenn möglich, in der Regel übernimmt. Somit ist der Notarzt sofort wieder einsatzfähig. Im Vergleich dazu ist ein Notarztwagen (NAW) mit einem Notarzt, einem Notfallsanitäter und einem Fahrer besetzt. Der NAW transportiert den Patienten jeweils ins Krankenhaus, wodurch der Notarzt für weitere Einsätze länger blockiert ist.

Alarmiert wird der NEF von der Rettungsleitstelle „144 Notruf NÖ“