Hohe Zinsen, mehr Schulden: Paar aus Bezirk Melk berichtet

Erstellt am 16. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Lassen die neuen Kreditregeln den Traum vom Eigenheim platzen? Ein junges Paar aus dem Bezirk Melk erzählt.
Foto: shutterstock.com/Amnaj Khetsamtip
Kreditaufnahme für junge Menschen erschwert. Paar schildert seine Situation.
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Wenn der Bankberater beim Kreditgespräch die Nase rümpft, ist das meist kein gutes Zeichen. Im Falle eines jungen Paares aus dem Bezirk Melk lag dies an vermeintlicher Kreditunwürdigkeit.

Seit knapp zwei Monaten beschäftigen sich die beiden mit der Kreditaufnahme für den Kauf eines Einfamilienhauses im südlichen Waldviertel, welches sie schon längere Zeit ins Auge gefasst haben. Aber nicht bei jedem Berater herrschte euphorische Stimmung, als sie den Raum betraten: „Manche Banker waren etwas zögerlich, wollten uns sogar indirekt davon abraten, andere haben mit uns nach Lösungen gesucht und versucht, die Rahmenbedingungen mit uns realistisch abzustecken“, erklären die 22-Jährige und ihr Freund. Beide träumen von einem Eigenheim. „Wir wollten die steigenden Mietkosten unserer Wohnung nicht mehr tragen – und ein Haus umzubauen war schon immer unser Wunsch“, erläutert sie.

Um einen passenden Kredit zu finden, wandten sie sich an verschiedene Banken. „Wir wollten unterschiedliche Angebote einholen und diese vergleichen“, schildert die junge Frau der NÖN. Die Angebote selbst waren dabei sehr ähnlich, Beratung und Service variierten indes von Bank zu Bank. Das Einholen verschiedenster Meinungen und unterschiedliche Ansprechpartner waren für sie dabei „sehr wichtig“, um eine größere Auswahl zu generieren. Auf welches Angebot die Entscheidung letztendlich fällt, hänge daher auch vom Wohlfühlfaktor ab, betont sie.

Hohe Zinsen fallen jungen Leuten derzeit zur Last

Aufgrund der Inflation steigen die Zinsen, machen also infolge die Kreditaufnahme teurer. Für potenzielle Kreditnehmer ist dies mit längeren Rückzahlungsfristen verbunden. Davon ist auch das Paar aus dem Bezirk betroffen. „Jungen Leuten wird es einfach schwerer gemacht, sich ein Eigenheim zu schaffen, weil die Zinsen immer weiter steigen, so haben wir nun länger Schulden“, bedauert die 22-Jährige. Die neu festgelegte Eigenmittelgrenze von 20 Prozent hat für das Paar indes auch etwas Positives: „So kann nicht jeder einfach riesige Summen aufnehmen.“

Beide sind trotz erschwerter Bedingungen guter Dinge. Eine passende Bank gibt es bereits, weshalb im Traumhaus bald die ersten Planungsarbeiten beginnen können.

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