Filmkunst in Josef Haders Heimat. Regisseur Karl L. Furtlehner aus Nöchling über seinen Film „Halbmännerwelt, der zum Teil im Bezirk gedreht wurde.

Von Susanne Leonhartsberger. Erstellt am 10. Januar 2020 (06:24)
Josef Koatsch

Im Frühjahr steht die Premiere des ersten abendfüllenden Eigenbau-Streifen des Nöchlingers Karl L. Furtlehner am Programm. Im Interview erzählt er über seine Anfänge und den Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drehbuch- und Schauspielprofi Josef Hader.

NÖN: Der Trailer Ihres Films „Halbmännerwelt“ ist online. Worum geht´s dabei?
Karl L. Furtlehner:
Es geht um zwei Freunde die es im Leben nicht so leicht haben – einer träumt von der Karriere als Bestatter, einer ist arbeitslos - sie scheitern und suchen ihren Weg. Gedreht wurde 2017 etwa in Nöchling, Hofamt Priel und Emmersdorf. Sozusagen Filmkunst dort, wo wir zuhause sind – ich habe daher meine Website „Heimartfilm“ genannt.

Sie sind Amateur und arbeiten mit Josef Hader im Team – wie kam es zu dieser Kooperation?
Furtlehner:
Vor 15 Jahren, beim Theater „Land und Leute“ war Josef als Premierengast. Gerhard Haubenberger und ich stellten dabei unseren Kurzfilm „Im Arschling viri“ vor, und Josef war begeistert von unserem Humor und wie wir das Thema Lebensweg aufbereitet haben. Er hat uns darum 2007 bei unserem Film „Randgestalten“ unterstützt, und wir durften bei zwei Hader-Filmen mitmachen.

Der neue Film hat Parallelen zu „Randgestalten“: die Tragikomödie schon im Titel, ein schräges Auto, Antihelden im Dorf. Was mögen Sie daran so?
Furtlehner:
Es zog mich immer schon zu schrägen Typen. Mich haben die Filme von Adriano Celentano fasziniert, bei denen mit einfachen Mitteln Slapstick geboten wurde, oder Louis de Funes – ich hab sogar einen Citroen als Filmauto!

Sie sind Autor, Darsteller und erstmals Produzent – eine besondere Erfahrung?
Furtlehner:
Eine Low-Budget-Produktion ist immer eine Herausforderung. Die Kosten im fünfstelligen Eurobereich hab ich großteils selbst aufgebracht, die Gemeinde Nöchling hat mich mit 3.000 Euro unterstützt, und im Umfeld hat es oft Einladungen gegeben. Ich danke meinem Team, schließlich sind wir alle Amateure, die die Filmerei neben dem Beruf machen. Da muss man die Zeit gut einteilen und manchmal bis spätnachts drehen. Josef Hader war an drei von 17 Drehtagen dabei.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft? Mehr Geld, neue Ideen?
Furtlehner:
Ich schreibe auf jeden Fall weiter – Ideen habe ich genug! Mehr Filmförderungen wären schön, das bringt neue Möglichkeiten. Profitiert hab ich auf jeden Fall, ich konnte bei der Zusammenarbeit mit Profis – Kamera, Ton, Cut und natürlich von Josef – viel lernen.