„Donauuferbahn neu“: Bis Barcelona ist’s noch weit. Initiative sieht „positive Signale“ für die „Donauuferbahn neu“. Wie steht es um die Neuauflage der historischen Trasse?

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 27. Juni 2020 (05:13)
Wollen wieder eine Bahn „auf Schiene“ sehen: Dieter Schmidradler von der Verkehrswende, Christa Kranzl, Ferdinand Proidl und Wolfgang Hnat (v. l.).
Schweiger

Im direkten Vergleich nicht viel – für Christa Kranzl (Initiative „Donauuferbahn jetzt“) könne die wiederbelebte Bahn aber wie „ein Hop-on-hop-off-Bus in Barcelona“ durchs südliche Waldviertel führen. Dass auf den 19 Kilometern zwischen Weins und Emmersdorf wieder eine Bahn fährt, ist das Ziel der Initiative, die vergangene Woche zu einem Pressetermin lud.

Großer Hoffnungsschimmer – oder große Enttäuschung?

Ein Gerücht ließ Kranzl aufhorchen. Angeblich hätten die ÖBB Interesse, den Güterverkehr von Weins-Ysperdorf bis zum Hartsteinwerk Loja in Persenbeug zu verlängern. „VP-Landesrat Ludwig Schleritzko und VP-Klubchef Klaus Schneeberger haben mir das im persönlichen Gespräch bestätigt“, betont sie.

Für die Initiative wäre das ein „Teilerfolg“ – würden damit seit der Auflassung zumindest wieder auf neun Kilometern der ehemaligen Trasse Schienen verlegt werden. Nachgefragt bei VP-Landesrat Schleritzko heißt es zwar, dass es stimme, dass Kranzl informiert wurde, dass das Thema bei einem Termin mit den ÖBB angesprochen wurde, allerdings wurde nie eine Aussage getroffen, dass die ÖBB Interesse zeigen würden.

Die Info, die man Kranzl gegeben habe, sei laut Schleritzko klar: Sollte ein Verkehrsunternehmen Interesse daran haben, das Trassenband von der NÖVOG zu übernehmen, kann man Gespräche führen. „Mehr wurde vonseiten des Landes nicht berichtet oder zugesagt“, heißt es von Landesseite.

Das liebe Geld

Rund zwölf Millionen Euro schwer sei die Instandsetzung der herausgerissenen Gleise und gesprengten Brücken. Das ist aber nur der erste Schritt des Fünf-Punkte-Fahrplans der Initiative: Erst die Infrastruktur – ohne Elektrifizierung – schaffen, danach soll der mögliche Betreiber, Grampetcargo, den Güterverkehr starten. Dann brauche es ein gemeinsames touristisches Konzept aller betroffenen Gemeinden, ehe der touristische Verkehr sowie Pendler- und Schülertransport losgehen können. Letzter Schritt: die Elektrifizierung der Bahn.

Kranzl betont, dass „öffentlicher Verkehr immer in öffentlicher Hand zu bleiben hat“ – demnach auch die Finanzierung. Geld könne zudem via Crowdfunding in die Kasse gespült werden. „Wenn eine Million Österreicher einmalig zehn Euro zahlen, könnten wir starten“, rechnet sie vor.

Politischer Schulterschluss – kann das klappen?

In den betroffenen Gemeinden herrschen gemischte Gefühle. In Hofamt Priel und Klein-Pöchlarn hat man das Thema abgeschrieben, in Persenbeug-Gottsdorf steht noch die im Jänner beschlossene Volksbefragung aus. In Leiben steht man den Plänen neutral gegenüber, in Marbach lässt man sich auf Gespräche ein. Bis zu einem politischen Schulterschluss ist es also noch ein weiter Weg.

Optimistisch in die Zukunft

Mehrere Punkte stimmen die Vertreter der Initiative positiv. Die Grampetcargo arbeitet oft mit der Graz-Köflacher-Bahn zusammen – „es könnte sein“, wie Wolfgang Hnat erläutert, „dass diese den Betrieb des Personenverkehrs übernehmen“. Ende Juni gibt es einen Termin mit Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne).