Spielsucht: Frau aus dem Bezirk Melk stahl Lebensmittel aus Geldnot

Eine 35-Jährige aus dem Bezirk Melk beging mehrere Diebstähle im Bezirk Scheibbs und im Bezirk Melk, hauptsächlich Bargeld und Lebensmittel. Sie war wegen ihrer Spielsucht in Geldnot geraten, sagt aber, sie sei wild entschlossen, ihr Leben zu ändern: Geldstrafe und bedingte Haft.

Erstellt am 04. November 2021 | 06:55
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Foto: springtime78, Shutterstock.com

Mit einer Therapie hatte eine 35-Jährige ihre Spielsucht relativ gut in den Griff bekommen. Dann kamen drei Rückfälle und sie geriet in Geldnot. Jetzt muss sie sich vor Gericht wegen mehreren Diebstählen verantworten.

Zum einen wurde sie vor einem Einkaufszentrum in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) in flagranti erwischt, als sie das Auto eines Mannes ausräumen wollte. Zwei Männer hielten sie auf, bis die Polizei kam. Bei einem Hofladen  im Bezirk Melk zahlte sie weniger als die Lebensmittel kosteten, die sie mitnahm, und entwendete auch Bargeld. So entstanden: ein Schaden von rund 2.600 Euro. Die bestohlene Landwirtin verlangt das Geld vor Gericht nicht zurück: „Dass es der Familie gut geht und sie wieder auf einen geraden Weg kommt, ist mir wichtiger.“

Angeklagte will Schaden gutmachen

Auch bei einem Milchkühlschrank im Bezirk Melk tat die Angeklagte Ähnliches. Die Aussage der betroffenen Landwirtin: Jedes Mal, nachdem die Angeklagte bei ihr im Hofladen war, habe Geld gefehlt. Aus einer Kamera, die sie zur Überwachung angebracht hatte, habe eine Speicherkarte und somit auch die Videobeweise gefehlt.

Die Angeklagte gibt zu, dass sie das Geld nahm, die Speicherkarte habe sie aber niemals gesehen. Die Betroffene möchte das gestohlene Geld zurückhaben, wichtiger als das Geld sei ihr jedoch, dass die Angeklagte nicht mehr zu ihrem Hof komme. Die ist einverstanden, das Geld will sie zurückgeben. 

Strategien gegen die Spielsucht

„Ich bekenne mich dazu, dass ich das gemacht habe, und es tut mir so leid, dass auch Leute dabei waren, die ich kenne“, sagt sie. Sie weint kurz, zeigt sich aber entschlossen. Sie will unbedingt ihre Arbeit behalten, um ihre Schulden zu begleichen und tue alles, um die Spielsucht zu überwinden: „Ich habe jede Hintertür zugemacht, damit ich mich nicht selbst austrickse“, sagt die Frau, die sich als aktuell spielfrei bezeichnet. So ließ sie sich zum Beispiel selbst bei allen Online-Casinos sperren, und traf eine Vereinbarung mit ihrer Bankberaterin, dass sie ohne ein Gespräch keine größeren Summen abheben kann.

Geldstrafe und Probezeit

Im Endeffekt muss sie eine Geldstrafe von 720 Euro zahlen und bekommt eine zehnmonatige bedingte Haftstrafe mit dreijähriger Probezeit. Der Betreiberin des Milchkühlschrankes muss sie 154 Euro (einen Teil des von der Betreiberin angegebenen Schadens) zahlen. Der Richter sieht vom Widerruf ihrer ersten Bewährungsstrafe ab. Er sieht sie auf einem guten Weg und rechnet ihr an, dass sie sich um Lösungen ihres Problems bemüht sowie aufrichtig geständig war und bereit ist, Schaden wieder gutzumachen. Erschwerend die Vorstrafe und der rasche Rückfall. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hilfe bei Spielsucht:

Kostenfrei und anonym: www.spielsuchthilfe.at

Helpline: (1) 544 13 57

therapie@spielsuchthilfe.at