Arzthaus ist in der Planung. Grundsatzbeschluss für Neubau in der Nähe des Stadtbades.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 27. Mai 2020 (04:36)
Foto: Schweiger,
Grafik: Hoge Bau

Es war eine besondere Gemeinderatssitzung mit einem besonderen Tagesordnungspunkt: Ganz coronakonform diskutierten die Mandatare Pöchlarns über die Zukunft der medizinischen Versorgung der Nibelungenstadt im Turnsaal der NMS.

Kurzer Exkurs zum Ist-Stand Pöchlarns: Seitdem Gabriela Hammerschmid Mitte März in Pension ging, gibt es nur mehr zwei Allgemeinmediziner in der Stadt. Um die ärztliche Versorgung weiter zu gewährleisten, startete die Stadtgemeinde die Suche nach einem Hausarzt. Sowohl über die Gebietskrankenkasse, Ärztekammer und Facebook fand sich kein Anwärter. Die Lösung um den drohenden Ärzte-Engpass liegt jetzt allerdings ohnehin in der Stadt selbst: Thomas Israiels Praxis in der Regensburgerstraße wird zu klein – seine neue Ordination soll in Form eines Arzthauses mit Platz für mehrere Mediziner Gestalt annehmen.

Diskussion über die Ausfallshaftung

„Vorgesehen wäre dieses Gebäude in der Nähe des Stadtbades. Dort wäre dieses Ärztezentrum gut zu Fuß oder via Auto und Rad erreichbar“, erläuterte VP-Bürgermeister Franz Heisler. Die Fläche misst rund 1,8 Hektar, das geplante mehrstöckige Arzthaus würde etwa 940 Quadratmeter in Anspruch nehmen. Das Projekt ruft zudem „P8“, den Zusammenschluss von acht Pöchlarner Baubetrieben, auf den Plan. Diese würden den Neubau errichten. „Es bräuchte heute zwei Abstimmungen, um dieses Projekt auf Schiene zu bringen: Wir müssen den Grund als Baurechtsgrund vergeben sowie eine sogenannte Ausfallshaftung beschließen“, informierte Heisler bei der Sitzung. Letztere sorgte für Diskussionen im provisorischen Sitzungssaal.

Im Turnsaal der NMS wurde der Startschussfür ein Mammutprojekt beschlossen: der Bau eines Arzthauses (siehe Grafik).
Schweiger

Obwohl die Zeichen gut stehen, wollen „P8“ und die Stadtgemeinde auf Nummer sicher gehen. „Für den Fall, dass Doktor Israiel bis dahin keine Ordination mehr führen sollte und sich kein Ersatz für die Fläche im Erdgeschoß findet, zahlen wir rund 1.500 Euro als Absicherung“, erklärte Heisler. Diese Summe irritierte Grünen-Gemeinderätin Alexandra Weldschek – für sie würde man für diese Summe laut ihrer Nachrechnung bei einem Preis von 17 Euro pro Quadratmeter liegen. Mehrere „P8“-Mitglieder waren bei der Sitzung anwesend und erklärten: „Unter diesem Preis können wir nicht bauen.“ Bis auf die Ausfallshaftung (die beiden Grünen-Mandatarinnen Weldschek und Doris Hochenauer stimmten dagegen) fassten die Gemeinderäte einstimmig die notwendigen Beschlüsse für das Arzthaus.

„Damit ist der Grundsatzbeschluss gefasst und der Grundstein für das Projekt gelegt“, verkündete Heisler nicht ohne Stolz. Die Verträge für das Mammutprojekt in der Rechenstraße sollen in der nächsten Sitzung behandelt werden.