Arztfrage bereitet Bürger Sorgen. Bürger wünschen sich plastikfreie Gemeinde. Großes Thema ist aber auch die medizinische Versorgung. Zwei Allgemeinmediziner gehen in Pension.

Von Zaklina Jukic. Erstellt am 19. September 2019 (04:55)
Jukic
Gemeinsam motiviert für eine positive Entwicklung: Vize Gerhard Leeb, SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser, Andreas Umgeher und Bernhard Wurm (v. l.).

Im Gasthaus Böhm präsentierten die SPÖ und Bürgermeister Manfred Mitmasser die Ergebnisse ihrer Gemeindeumfrage.

Besonders wichtige Anliegen sind den Bürgern – mit 91 Prozent der Stimmen – erneuerbare Energie und eine plastikfreie Gemeinde. Eine Einwohnerin schlug vor, die Hundekot-Sackerln gegen biologisch abbaubare Alternativen zu ersetzen. SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser verrät: „Einige Dinge konnten wir schon mit relativ kleinem Aufwand umsetzen. Welche genau das sind, behalten wir aber noch für uns.“

Auch die Betreuung und Pflegeeinrichtungen für Senioren in der Gemeinde waren mit 84 Prozent ein großes Thema, ebenso die medizinische Versorgung – ein Punkt, über den auch in der anschließenden Diskussion debattiert wurde.

„Ohne ausreichend medizinische Versorgung ist das alles schwer umsetzbar“, gibt ein Bürger zu bedenken. Vor allem deshalb, weil beide Hausärzte in den nächsten Jahren in Pension gehen.

„Das Thema ist uns natürlich nicht neu. Wir warten nicht, bis beide Ärzte in Pension sind. Im Hintergrund suchen wir schon länger nach praktischen Ärzten. Das gestaltet sich aber schwierig, da die meisten geregelte Arbeitszeiten präferieren und deshalb das Krankenhaus oder eine Wahlarzt-Ordination bevorzugen“, erklärt Mitmasser.

Er sieht vor allem bei den Studienplätzen Handlungsbedarf. „60 Prozent der Plätze für das Medizin-Studium sind für Österreicher. Das sollte man meiner Meinung nach auf 80 bis 90 Prozent anheben.“ Der Ortschef betont aber auch, dass die Gemeinde nicht untätig ist. „Ohne ein Lockmittel wird vermutlich kein Arzt kommen. Aber ob das der richtige Weg ist, ist fraglich“, gibt Mitmasser zu bedenken.