Erneuter Kampf um Donauuferbahn. Diplomarbeit gibt Befürwortern neue Hoffnung. Bei Bürgerinfoabend sollen neue Überlegungen vorgestellt werden.

Von Markus Glück. Erstellt am 09. Juli 2019 (05:45)
Archiv/Michael Eder
Bis Ende des Jahres wird die historische Trasse der Donauuferbahn in der Region endgültig aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Mehr als 110 Jahre schlängelte sich die Donauuferbahn die rund 100 Kilometer lange Strecke von Emmersdorf bis Oberösterreich entlang. Seit Monaten läuft der Abbau des rund 19 Kilometer langen Zwischenstücks zwischen Weins und Emmersdorf.

Dennoch ist Aufgeben für die Freunde und Befürworter der Bahn weiterhin keine Option. Eine der Unterstützer ist auch Dorferneuerungs-Obfrau Christa Kranzl, die am 16. Juli, 18.30 Uhr, ins Gasthaus Böhm zu einem Informationsabend lädt. Grund dafür ist auch eine Diplomarbeit zweier Schüler der HTL Mödling, die Überlegungen zur Revitalisierung der Donauuferbahn und des Bahnhofs Persenbeug angestellt haben und diese im Rahmen des Abends vorstellen werden.

„Ich habe mich bereits als Staatssekretärin für die Nebenbahnen eingesetzt. Die Donauuferbahn war immer eine wichtige Ausweichstrecke für die Westbahn“, betont Kranzl. Unverständnis für die Auflassung äußert sie auch im Hinblick auf den Klimaschutz und den umweltfreundlichen Verkehr. Daneben ortet sie auch eine touristische Belebung als Möglichkeit. In der Tat sorgte in den letzten Tagen bei einigen Bewohnern entlang der Strecke eine Ankündigung der ÖBB für Stirnrunzeln.

Bahnstrecke noch bis Ende 2019 gewidmet

Gemeinsam mit dem Land Oberösterreich plant die ÖBB, rund 725 Millionen Euro in die Nebenbahnen zu investieren, ein Teil des Betrags ist auch für die Donauuferbahn vorgesehen. „Während in Oberösterreich in die Erhaltung investiert wird, entfernt Niederösterreich die Schienen. Durch die Sanierung wäre aber eine durchgehende Elektrifizierung von Linz bis Emmersdorf möglich“, schüttelt Kranzl den Kopf.

Auf die Frage, ob der Zug für den Erhalt der Donauuferbahn nicht endgültig abgefahren sei, verweist Kranzl auf die Widmung als Bahnstrecke bis Ende 2019. „Wenn genügend Leute zum Infoabend kommen, können wir etwas bewegen“, glaubt Kranzl.

Archiv/Michael Eder
Ein Revitalisierungskonzept sieht beim Bahnhof Persenbeug etwa einen Regionalladen, einen Fahrradshop und einen erneuerten Bahnsteig vor.