Hochwasser-Schutz für Familie ohne Nutzen. Weil Liegenschaften nicht „förderwürdig“ sind, hat der Flutschutz für Familie keinen Nutzen. Gemeinderat sucht nach Lösung.

Von Anna Faltner. Erstellt am 17. Oktober 2017 (05:00)
SP-Ortschef Manfred Mitmasser verspricht das Thema nochmals zu behandeln. Listen-Obfrau Christa Kranzl kritisiert: „Thema kam nie in den Gemeinderat.“
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„Ich muss etwas machen. Sonst schwemmt mich das nächste Hochwasser weg“, befürchtet Gerhard Gruber aus Metzling.

Gruber: "Mehrmals beim Bürgermeister urgiert"

Nach dem Hochwasser 2013 bat er bei der Gemeinde darum, sein Wohnhaus – das letzte Haus vor dem Steinbruch der Loja – unbedingt in die Planung für den Flutschutz miteinzubinden. Jahrelang ohne Erfolg. Denn mittlerweile steht zwar der Hochwasser-Schutz, für ihn hat er allerdings keinen Nutzen.

Erst in der Juni-Sitzung wurde das zum Thema im Gemeinderat. „Ich habe mehrmals beim Bürgermeister urgiert, aber nie eine Antwort bekommen“, erzählt Gruber. Nun wandte er sich an Listen-Obfrau Christa Kranzl, die sofort Partei für ihn ergriff: „Ich habe verlangt, dass das auf die Tagesordnung kommt. Bis 2016 wäre es kein Problem gewesen, seine Liegenschaft mit einzuplanen. Aber es wurde ja nie besprochen.“

„Ich bin mir sicher, dass hier ein Fehler passiert ist. Mit den Förderkriterien redet man sich jetzt heraus.“Gerhard Gruber aus Metzling

Weil Gruber 2002 auf eine Entschädigung des Katastrophenschutzes verzichtete, kam er im Schadensprotokoll nicht vor und wurde in der Planung nicht berücksichtigt. „Da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber die Schäden kommen ja erst Monate später“, so Gruber. 2013 traf ihn das Hochwasser stärker. Ab dem Zeitpunkt blieb er hartnäckig. 2015 verfasste er ein Schreiben an den Gemeinderat, das dieser aber nie zu Gesicht bekam.

„Wir wurden damals nicht darüber informiert. Das war nicht in Ordnung. Ich fände es schon wichtig, dass wir das als Gemeinderat geschlossen behandeln“, meint VP-Obmann Roman Schinnerl.

Mitmasser: "Gab mehrere Gespräche"

Laut SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser gab es mehrmals Gespräche mit Bund und Land: „Die Liegenschaft entspricht nach deren Einschätzungen nicht den Förderkriterien.“ Ein Schutz sei nur möglich, wenn das Wasser bis zum Erdgeschoß reicht. „Herr Gruber will nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt werden.“

Das Haus von Familie Gruber sei auch nicht das einzige ohne Schutz. „In Hagsdorf gibt es drei Liegenschaften, die noch dichter am Wasser liegen. Auch diese bekamen wegen der Förderkriterien keinen Schutz.“

Das sieht Gerhard Gruber anders: „Ich bin mir sicher, dass hier ein Fehler passiert ist. Mit den Förderkriterien redet man sich jetzt heraus.“ Auch für Christa Kranzl ist diese Erklärung nicht ausreichend: „Der Gemeinderat hat im Juni versprochen, dass es eine Besprechung geben wird. Und dass er sich die Situation vor Ort ansieht. Das ist nicht passiert.“ Der Ortschef verspricht aber: Es wird ein Treffen geben.