Kampf um Bank-Filiale ist noch nicht vorbei. Persenbeuger Bürgerliste beantragt Klagseinbringung bei nächster Gemeinderatssitzung. Für Sparkasse war Schließung rechtens.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 23. September 2020 (04:58)
„Verträge sind einzuhalten“: die Bürgerlisten-Gemeinderäte Harald Mazanek, Christa Kranzl und Stefan Stöger vor der mittlerweile geschlossenen Sparkassen-Filiale Persenbeug.
privat

Die Sparkassen-Filiale in Persenbeug ist zwar seit der Vorwoche geschlossen – geht es nach der Gemeinde, ist das letzte Wort in dieser Causa aber noch nicht gesprochen.

„Wir sehen die Schließung als glatten Vertragsbruch“, betont Christa Kranzl, Obfrau der Bürgerliste Persenbeug-Gottsdorf. Sie ist die Einzige im Gemeinderat, die bei den Verhandlungen zur Vertragsänderung 1991 dabei war. Damals wurde die Standortgarantie für die Filiale Persenbeug für die Zukunft festgehalten.

„Fordern die Einhaltung des Vertrages“

Mit der Übersiedlung des Bankbetriebes und der Mitarbeiter ins Beratungscenter nach Ybbs sei eben diese Vereinbarung gebrochen – die Gemeinde hat dies auch juristisch prüfen lassen.

Für Kranzl ist die weitere Vorgehensweise klar: „Wir fordern von der Sparkasse die Einhaltung des Vertrages und werden in der kommenden Gemeinderatssitzung die Klagseinbringung durch die Marktgemeinde beantragen.“ SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser will der Gemeinderatssitzung nicht vorgreifen: „Wir werden uns mit dem Thema befassen.“

Sparkassen-Vorstandsdirektor Helge Haslinger betont, dass vonseiten der Sparkasse „die Versorgung der Bankdienstleistung für die Zukunft gegeben ist“ – wenn auch nicht mehr in Persenbeug-Gottsdorf, sondern in Ybbs.

Einen ähnlichen Fall gibt es übrigens aktuell in Rosenau am Sonntagberg (Bezirk Amstetten). Auch dort ortet die Gemeinde einen Vertragsbruch, die Standortgarantie wurde 1997 für die Filiale Rosenau definiert, doch sie wird mit dieser Woche geschlossen.