Wopfinger: Bürgersorge trifft auf Firmenplan. Firma Wopfinger plant Übersiedlung von Petzenkirchen nach Bergland. „Muss das sein?“, fragen Anrainer.

Von Denise Schweiger und Christina Brandstetter. Erstellt am 07. Oktober 2020 (04:34)

Für die Firma Wopfinger ist es ein notwendiger Schritt. Für einige Anrainer Grund zur Beunruhigung: Der Betonproduzent plant, von Kendl (Petzenkirchen) nach Plaika (Bergland) zu übersiedeln (Details siehe unten). Kritik daran wird vor allem aus dem benachbarten Erlauf laut. „Nicht viele hier haben Verständnis dafür, dass da jetzt ein Betonwerk auf grüner Wiese entstehen soll“, sorgt sich ein Erlaufer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. In der Vorwoche kam es zu einem Gespräch zwischen einem Firmenvertreter, Anrainern und Berglands VP-Ortschef Walter Wieseneder. Die NÖN saß ebenso am Runden Tisch.

Mit „ruhigem Gewissen“ unterstütze der Bürgermeister die Werkspläne. Von einer „Zerstörung der Landschaft“ will er nichts hören. Der Gemeinderat Berglands hat zudem vor drei Wochen bereits den Entwicklungsplan samt Flächenwidmung zugunsten Wopfingers einstimmig beschlossen (siehe Interview links).

Projekt sei aktuell in der Konzeptplanung

Den Umzug der Firma mache die Hochwassersituation in Kendl notwendig. Seit 1976 wird das Gelände bei Starkregen immer wieder geflutet, aus diesem Grund ist seit Längerem ein Flutschutz-Projekt geplant. Betroffen von den Fluten in Kendl ist nicht nur die Firma Wopfinger, sondern auch die Firma Amashaufer sowie einige umliegende Häuser. „Für diese wichtigen Hochwasserschutzmaßnahmen ist Retentionsraum entlang der Erlauf notwendig. Da die Holzindustrie Amashaufer den Standort nicht verlassen möchte, haben wir uns dafür entschieden, insgesamt 125.000 Quadratmeter zur Verfügung zu stellen“, erläutert Wolfgang Moser vonseiten Wopfingers.

Bei der Suche nach einem neuen Grundstück kristallisierte sich Plaika heraus. „Die Argumente, die für den Standort sprechen, sind die Nähe zur B1, die Möglichkeit der Bahnanbindung sowie die Entfernung zu Siedlungsgebieten“, informiert Moser. Das Projekt sei aktuell in der Konzeptplanung: Es gebe schon diverse Gutachten, das Land Niederösterreich prüft die geplante Zufahrt sowie den Brunnen. Neben der Sorge um die Natur beschäftigt die Anrainer auch möglicher Lärm und Staub.

Moser verweist auf jene Gutachten, die für so ein Projekt notwendig sind – und darauf, dass die Umsiedlung dazu genutzt wird, die Betriebsanlagen nach dem neuesten Stand der Technik zu errichten. „Zudem ist geplant, die Lage an der Bahn dazu zu nutzen, Rohstoffanlieferungen künftig von der Straße auf die Schiene zu verlagern. In den nächsten drei Jahren wird dafür insgesamt ein hoher einstelliger Millionen-Euro-Betrag investiert“, erklärt Moser.

Ein Anrainer meldete sich nach dem Gespräch nochmals in der NÖN-Redaktion. „Kampflos“ wolle er die Au nicht aufgeben. „Wir werden da genau hinschauen!“