Kein Zutritt für ungeimpfte Kids zu Arztpraxis. Allgemeinmediziner Florian Hoffer verwehrt ungeimpften, kranken Kindern den Zutritt. Er will mit diesem Schritt seine anderen Patienten besser schützen.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 20. August 2019 (05:23)
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Eltern, die sich bewusst gegen Impfungen für ihren Nachwuchs entscheiden, müssen ab jetzt der Praxis von Arzt Florian Hoffer in Petzenkirchen fernbleiben.

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Florian Hoffer ist mit immer mehr kranken, ungeimpften Kindern konfrontiert.

Der Grund dafür ist einfach erklärt: „Diese Entscheidung musste ich treffen, da wir eine hohe Anzahl an immunsupprimierten Patienten, Kleinkindern und Schwangeren versorgen. Es war in letzter Zeit nicht mehr möglich, den entsprechenden Raum dafür zu schaffen.“ Aufgrund diverser Spekulationen in der Gemeinde und falschen Gerüchten stellte Hoffer seinen Schritt auf Facebook klar.

Da der Hausärztemangel deutlich zu spüren ist, kamen in seiner Ordination vermehrt Anfragen bezüglich ungeimpfter Kinder mit Krankheiten an.

„Da aber ein nicht immunisiertes Kind aus meiner Sicht nicht gleichzeitig mit einem Neugeborenen, einer Schwangeren oder einem Chemopatienten in der Ordination sein darf, wird es immer schwieriger, Termine im Ablauf einschieben zu können“, erklärt der Mediziner.

Maßnahme sorgt für Diskussionen

„Meine Assistentinnen können schlecht schon am Telefon Diagnosen stellen und wissen daher nicht, welche ansteckende Krankheit ein Kind hat“, verteidigt er sich. Zum Schutz seiner Patienten musste er diesen Schritt gehen.

Ihm ist klar, dass diese Maßnahme für Diskussionen sorgt. „Aber zum Wohle aller habe ich diese Entscheidung getroffen“, bleibt Hoffer standhaft. Doch im Notfall werden natürlich auch ungeimpfte Kinder versorgt, sofern der Hausarzt nicht verfügbar ist. „Allerdings nur zu bestimmten Terminen und keinesfalls eingeschoben oder ohne Termin“, wie Hoffer betont. Und falls Eltern eine Impfberatung wünschen, steht die Tür des Allgemeinmediziners immer offen.