Betriebsgebiet: Der nächste Traum für den Süden. VP-Strobl feilt an interkommunalem Betriebsgebiet. Bürgermeister sind vorsichtig.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 02. April 2019 (03:12)
Archiv/ extremfotos.com/Haslinger
Geht es nach Melks VP-Bürgermeister Strobl, wäre die Südspange ein idealer Ort für Firmenansiedlungen in Melk. Erste Gespräche mit Nachbargemeinden gingen bereits über die Bühne.

Neben 35.000 m Bauland, ein Teil davon betrifft 35 Baurechtsgründe, stehen der Stadtgemeinde Melk künftig auch 75.000 m für Betriebsansiedlungen zur Verfügung. Die ersten Details über die künftige Nutzung sickerten nun nach Gesprächen zwischen der Wirtschaftsagentur Ecoplus und einigen Bürgermeistern aus der Region an die NÖN.

Demzufolge plant VP-Bürgermeister Patrick Strobl gemeinsam mit den Gemeinden St. Leonhard, Zelking-Matzleinsdorf, Emmersdorf, Schönbühel-Aggsbach und Schollach ein interkommunales Betriebsgebiet. Während sich Melk 51 Prozent sichern will, sollen sich die anderen Gemeinden die restlichen 49 Prozent aufteilen.

Gegenüber der NÖN bestätigt Strobl einen ersten Gedankenaustausch zwischen den benachbarten Ortschefs, der Stadtgemeinde und Ecoplus. „Es ist noch zu früh, konkret darüber zu sprechen. Beim Treffen ging es um einen Informationsaustausch“, betont Strobl.

„Dort, wo Jungbunzlauer bauen will, hatten wir vor Jahren ein ähnliches Projekt vor. Wir müssen uns die Details anschauen.“Gerhard Bürg, ÖVP

In den nächsten Wochen haben die Gemeinden nun Zeit, eine Willensbekundung zum Projekt abzugeben. „Wir werden uns das Thema genau anschauen. Bis es zu einer Verwirklichung kommt, läuft aber noch viel Wasser die Donau hinunter“, erklärt St. Leonhards VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel.

Grundsätzliche Bereitschaft signalisiert auch VP-Ortschef Gerhard Bürg aus Zelking-Matzleinsdorf: „Dort, wo jetzt Jungbunzlauer bauen will, hatten wir vor Jahren bereits ein ähnliches Projekt vor. Wir müssen uns aber die Details anschauen.“ Dieser Meinung ist auch Emmersdorfs VP-Bürgermeister Josef Kronsteiner: „Prinzipiell ist das eine gute Idee. Mal sehen, wie sich die Rahmenbedingungen gestalten.“

Details um Stiftsgründe bislang noch offen

Offen ist derzeit noch, ob es sich bei den Betriebsgründen ebenso um Baurechtsgründe im Eigentum des Stiftes Melk handelt, ob das Stift zu einem Verkauf bereit ist oder die Stadtgemeinde den Pachtzins für die Firmen übernimmt. Auch die Frage zur Aufteilung einer möglichen Kommunalsteuer oder deren Erlass für einen gewissen Zeitraum ist aktuell Thema. Hinter vorgehaltener Hand zeigen sich viele betroffene Ortschefs, ob der Erfahrungen mit den Baurechtsgründen, noch skeptisch.

Springen die Umlandgemeinden ab, soll die Stadtgemeinde Melk bereits einen Plan B bei der Hand haben: Investoren oder Banken könnten sich als Unterstützer beteiligen und so das Projekt realisieren.