46-Jähriger wandert nach Bombendrohung in Gefängnis

Mehrfach Vorbestrafter aus Pöchlarn behauptete, eine Bombe platziert zu haben. Er wird vom Gericht in eine Anstalt eingewiesen.

Stefanie  Marek
Stefanie Marek Erstellt am 11. Oktober 2021 | 09:00
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Foto: APA (Symbolbild)

Ein 46-Jähriger rief im August die Polizei und drohte mit einer Bombe, die er in Pöchlarn platziert hatte – „Sprengradius enorm“. Wenige Minuten später hatte ihn die Polizei aufgespürt. Er hatte zu dem Zeitpunkt 1,5 Promille. Die Bombe gab es nicht, wie sich einen Sprengmittelspürhund und ein Röntgengerät später herausstellte. Das „Bombenlager“ stellte sich als gewöhnliches Fahrrad heraus. Die NÖN hatte damals berichtet.

Jetzt steht der Mann vor Gericht. Er hat bereits 12 Vorstrafen. „Ich habe Scheiße gebaut, ich stehe dazu. Ich weiß nicht, was ich da gemacht habe“, sagt er zum Richter. Er wollte, dass ihm jemand zuhört. Auch vor Gericht fällt er mit fantastischen Geschichten auf: Er will Informationen zum Terroranschlag von Wien haben und außerdem sei er vor Jahren Teil einer illegalen Bundesheermission in Syrien gewesen und habe dort getötet.

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Der Gerichtspsychiater kann keine Krankheit feststellen, allerdings eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Anteilen. In Kombination mit dem Alkohol sei er enthemmt gewesen und habe die Bombe erfunden, um sich in Szene zu setzen. Zum Tatzeitpunkt sei der Mann nicht so berauscht gewesen, dass er nicht wusste, was er tat. Er war zurechnungsfähig. Die Grundlage für eine Einweisung liegt nicht vor.

Seine Verteidigerin hält die Einweisung ihres Mandanten aber trotzdem für sinnvoll. Er brauche intensive Behandlung. Dem stimmt auch der Richter zu, sein Urteil: 21 Monate Haft und eine Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher. Mildernd ist das Geständnis und seine Bereitschaft an seiner Alkoholthematik zu arbeiten. Das Urteil ist rechtskräftig.