Pendlerproblematik: „Bohren harter Bretter“. 14.000 Melker pendeln täglich in die Arbeit und kämpfen mit Anbindungen und Problemen.

Von Markus Glück. Erstellt am 27. November 2018 (04:00)
Markus Glück

Laut Arbeiterkammer pendeln fast 14.000 Melker in andere Bezirke oder sogar in ein anderes Bundesland zu ihrem Arbeitsplatz. Die meisten fahren nach St. Pölten, Scheibbs, Amstetten und Wien. „Wir sind aber von einer guten Anbindung im öffentlichen Verkehr oft weit entfernt“, kritisiert SP-Landtagsabgeordneter Günther Sidl. Dem SP-Bezirkschef ist dabei vor allem die Anbindung abseits der Bahn-Strecke ein Dorn im Auge.

Günther Sidl traf Alois Stöger zu Gesprächen, dabei ging es auch um die Bahnverbindungen in Pöchlarn.
SPÖ

Weiterhin Thema bleibt auch der von der SPÖ seit Jahren geforderte Schnellzug-Stopp in Pöchlarn. Die Thematik wurde zuletzt auch von SP-Landesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller angesprochen. „Wir sind weiter dran und bohren die harten Bretter“, spricht Sidl noch von einem langen Weg. Er selbst führte diesbezüglich Gespräche mit dem ehemaligen Verkehrsminister und jetzigen Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Parlament, Alois Stöger.

Dabei wurde auch vereinbart, einen Aufruf an alle Pendler im Bezirk zu starten, und so Beschwerden über fehlende oder schlechte Verbindungen, aber auch Parkplatzschwierigkeiten bei Bahnhöfen – wie etwa in Pöchlarn oder Melk – zu sammeln. „Ich werde die Missstände sammeln und ihm persönlich übergeben. Danach folgt ein Gespräch mit Verkehrsminister Hofer“, betont Sidl. Für alle Beschwerden hat die SPÖ eine eigene Mail-Adresse (pendleranliegen.melk@noe.spoe.at) eingerichtet.

Entwarnung für Aus von Ticketschaltern

Sorgen bereiten Sidl auch Gerüchte, dass – nach Melk – auch der Ticketschalter in Pöchlarn geschlossen werden könnte. Wie von der NÖN berichtet, standen zuletzt die Schalter in Pöchlarn, Loosdorf und Ybbs auf dem Prüfstand. In der Bezirkshauptstadt wird der Schalter bereits Mitte Dezember geschlossen und durch einen Nah&Frisch-Bahnhofsgreißler mit Ticketverkauf ersetzt.

Nach einer Evaluierung gibt es vonseiten der ÖBB nun Entwarnung für die anderen Standorte. An der Anzahl der bestehenden Ticketautomaten wird sich nichts ändern. „Ein Konzept wie in Melk, das an drei Standorten, wo Melk einer davon ist, als Pilotprojekt getestet wird, kommt, wenn, dann nur dort, wo sie auch eine Personenkasse ersetzt“, betont ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif auf NÖN-Anfrage.

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