Droht ein Ärzte-Engpass?. Pöchlarn könnte bald alle drei Allgemeinmediziner verlieren. Hitzige Debatte bei Sitzung.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 06. Juli 2019 (06:33)
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Symbolbild

Per Dringlichkeitsantrag brachte VP-Bürgermeister Franz Heisler bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Thema zur Sprache, das schnelles Handeln fordert: Völlig überraschend könnte die Stadtgemeinde innerhalb der nächsten zwei Jahre alle drei praktischen Ärzte verlieren.

„Thomas Israiel fällt gesundheitsbedingt länger aus und neben Gabriele Hammerschmid geht auch Johann Reikersdorfer in absehbarer Zeit in Pension“, informierte Heisler. Hammerschmid hatte ihre Nachfolge schon geregelt, doch kurzfristig sprang die vorgesehene Kandidatin wieder ab.

„Die Situation ist angespannt. Jakob Rosenthaler gehört zwar auch zum Sprengel, allerdings befindet sich seine Praxis in Krummnußbaum“, betonte der Bürgermeister, dass Pöchlarn plötzlich ohne Allgemeinmediziner dastehen könnte. Ein Umstand, den der Bürgermeister unbedingt verhindern will.

150.000 Euro: Streit um Finanzspritze der Stadt

„Wir dürfen nichts unversucht lassen. Ärzte sind unsere Versorgungsgarantie“, argumentierte der Bürgermeister. Dieser Meinung sind auch die anderen Fraktionen Pöchlarns. Auch Heislers Vorschlag, ein überparteiliches Gremium für dieses Problem zu bilden, stieß auf Anklang bei FPÖ, SPÖ, Grünen und INPÖ (Initiative Pöchlarn). Was allerdings keineswegs gut ankam: der Vorschlag, 150.000 Euro als „budgetäre Signalwirkung“ für mögliche, ansiedelnde Ärzte vonseiten der Stadtgemeinde bereitzustellen.

„Dass eine Lösung ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich sein wird, ist völlig klar“, meinte FP-Stadtrat Gerald Albrecht. Doch mit der Höhe der Summe hatte die Opposition ihre liebe Not. „Wozu bilden wir ein Gremium, wenn wir Dinge, die man eigentlich innerhalb dieser Runde besprechen sollte, vorab jetzt schon beschließt?“, ärgerte sich der Freiheitliche. Das Gegenargument der ÖVP: die Zeit. „Wir sollten diesen finanziellen Spielraum einplanen – und zwar so schnell es geht“, hielt VP-Vizebürgermeister Markus Mandic dagegen.

Die Argumentation der Volkspartei überzeugte die Oppositionsparteien bei der anschließenden Abstimmung jedenfalls nicht. Der Beschluss, ein überparteiliches Komitee zu bilden, ging einstimmig über die Bühne. Den zweiten Antrag zur Bereitstellung der Finanzspritze in der Höhe von 150.000 Euro fasste die VP-Fraktion allein per Mehrheitsprinzip.