Erster Schritt für autofreie Innenstadt. Temporäre Sperre für Verkehr in der Innenstadt zu testen, scheiterte an fehlendem Poller. Jetzt ist er installiert.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 08. Januar 2020 (05:45)
Rund drei Meter liegen sowohl links als auch rechts vom Poller zu den Hausmauern. Für die FP-Fraktion eine Farce, für die ÖVP eine Kostenersparnis. Mobile Blumentröge oder eine Nirosta-Säule sollen neben dem Poller für mehr Abgrenzung sorgen.
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Seit zwei Jahren kursiert in Pöchlarn die Idee, die Innenstadt zur autofreien Zone zu erklären. Geboren hat sie Grünen-Gemeinderätin Alexandra Weldschek. Nach Diskussionen zeigte sich, dass eine völlige Sperre für die Wirtschaftstreibenden im Stadtkern keine Option ist. Zudem erfülle die Begegnungszone, die sowohl für Autos als auch Fußgänger und Radfahrer vorgesehen ist, mit einem generellen Auto-Verbot nicht mehr ihren Zweck.

Seither steht eine zeitlich begrenzte Sperre im Raum, um abseits der Geschäftszeiten für einen verkehrsberuhigten Raum in der City zu sorgen. Im Sommer 2019 wollte man einen Testlauf starten – doch da es an den technischen Voraussetzungen mangelte, wurde er einstweilen auf Eis gelegt. Damit ist jetzt Schluss: Der Poller ist installiert.

FP-Fraktion findet Poller als Absperrung sinnlos

Im Zuge der Erweiterung der Begegnungszone gen Westen ist die Durchfahrtsbarriere, die aus dem Boden gefahren werden kann, eingebaut worden. Ganz abgeschlossen ist die „Baustelle Begegnungszone“ noch nicht, wie VP-Bürgermeister Franz Heisler berichtet: „Die Fugen sind noch nicht fertig, das hat die Witterung bislang nicht zugelassen.“ Bis ins Frühjahr will man die Arbeiten erledigen.

Der Stadtchef steht einem zeitlichen Auto-Verbot offen gegenüber. Die Betonung liegt dabei auf „zeitlich“: „Autofrei kann die Zone nur dann sein, wenn die Geschäfte geschlossen sind“, ist Heisler überzeugt.

Grünen-Mandatarin Weldschek hat schon eine konkrete Vorstellung: eine ganzjährige Auto-Sperre von 18.30 Uhr bis 5 Uhr morgens. „Da es ja einige Gewerbetreibende in der Innenstadt gibt, ist die abendliche Beruhigung ein guter Kompromiss“, meint sie. Während die Grünen Freude am Poller haben, findet die FPÖ nur kritische Worte für die Installation.

„Das ist ein verfrühter Aprilscherz“, titelten die Freiheitlichen etwa in einer Postwurfsendung. Die Absperrung sei nämlich sinnlos, wie FP-Parteichef Gerald Albrecht erläutert: „Erst hieß es, es kommen zwei Poller. Jetzt wurde aber nur einer eingebaut. Zwischen Hausmauern und dem Poller liegen aber gut 2,90 Meter, ein durchschnittlicher Pkw mit zwei Meter Breite kann da trotz Absperrung locker durchfahren.“ Dem widerspricht der Bürgermeister auch nicht. Aber er hat auch eine Erklärung:

Aus Kostengründen entschied man sich bewusst, nur einen einzubauen. Mobile Blumentröge oder eine Nirosta-Säule sollen als zusätzliche Grenze dienen. „Die FPÖ war bei dieser Diskussion dabei. Sie haben das wohl vor lauter Wahlkampf nicht gehört“, kontert Heisler. „An einen Blumentrog kann ich mich nicht erinnern“, gibt Albrecht zu. Für ihn ist und bleibt die Ein-Poller-Lösung Nonsens: „Mit zwei ferngesteuerten Modellen bräuchte man nicht bei jeder Absperrung den Bauhof.“