Idee um autofreie Zone liegt auf Eis. Eigentlich wollte Stadt zeitliche Auto-Sperre heuer testen. Pläne aufgrund fehlender Poller verschoben.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:23)
Denise Schweiger
Da der Poller noch nicht eingebaut ist, verschiebt sich der Testlauf um das Auto-Verbot in der Innenstadt ab 18 Uhr.

Vergangenen Sommer ließ Grünen-Gemeinderätin Alexandra Weldschek mit einer Idee aufhorchen: die Innenstadt zur autofreien Zone zu erklären. Eine völlige Sperre kam bei den Diskussionen vor einem Jahr aufgrund der Wirtschaftsbetriebe vor Ort nicht infrage. Doch man entschied sich, dieses Jahr nach der Sperrstunde der Geschäfte einen autofreien Testlauf zu starten. Jetzt ist der Sommer da, die Gastgärten auf dem Thörringplatz voll – und die Autos fahren nach wie vor bis in die Abendstunden durch die Innenstadt. Die Probezeit wurde vorerst auf Eis gelegt.

Heisler: "Probezeit verschoben"

Die Verschiebung liegt an den mangelnden, technischen Voraussetzungen. Die Begegnungszone wird nach Westen bis zum Kreuzungsbereich in die Sandtorgasse erweitert. Im Zuge der Arbeiten verschwindet die Gehsteigkante, die Fahrbahn verschmilzt sozusagen mit dem Fußgängerweg.

Ein temporärer Poller, der als Durchfahrtsbarriere aus dem Boden gefahren werden kann, soll dort installiert werden. „Und solange der nicht eingebaut ist, macht das keinen Sinn. Demnach haben wir die Probezeit verschoben“, erläutert VP-Bürgermeister Franz Heisler die Hintergründe. Der Stadtchef selbst steht einem zeitlichen Auto-Verbot prinzipiell offen gegenüber. „Vorausgesetzt, es lässt sich mit der örtlichen Wirtschaft vereinbaren“, betont Heisler.

Gemischte Gefühle um temporäres Auto-Verbot

Auch Stadtmarketing-Obfrau Herta Potapow-Kittenberger sieht in der Idee kein Problem, solange der Poller erst aus dem Boden fährt, wenn die Geschäfte zugesperrt sind. „Gegen eine Probezeit spricht nichts. Bei diversen Veranstaltungen hat sich schon gezeigt, dass das durchaus Sinn macht“, findet die Vereins-Obfrau, die selbst ein Geschäft am Kirchenplatz betreibt.

Kritischer als vor einem Jahr zeigt sich „Intakt“-Betreiber Niko Hasic im NÖN-Gespräch um eine autofreie Innenstadt. „Es ist eine schwierige Frage. Einerseits steht natürlich die Sicherheit im Fokus, andererseits fürchte ich, dass die Innenstadt ohne Autos ausstirbt“, wägt er ab. Ähnlich sieht das auch Stefan Fischer von der Frühstückspension „Barbara“. „Solche Ideen müssen unbedingt mit den Wirtschaftstreibenden abgesprochen werden, damit es kein böses Erwachen gibt“, argumentiert er.

Viel wichtiger als ein generelles Verbot findet Fischer allerdings, das Problem mit den Rasern in den Griff zu bekommen. An die 20-km/h-Beschränkung in der Begegnungszone halten sich nämlich viele Autofahrer nicht. „Nur an die Vernunft der Lenker zu appellieren, ist meiner Meinung nach zu wenig. Es muss Konsequenzen geben“, meint der Betreiber der Pension.

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