Neuer Platz für Alois Futterer-Denkmal. Besorgter NÖN-Leser ortete rechtsradikale Beweggründe in Verschwinden des Alois Futterer-Gedenksteins. Dieser wird allerdings nur restauriert – und bekommt neuen Standort.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 07. August 2019 (04:56)
Melk Memorial/Remigio Gazzari, privat
Das Alois Futterer-Denkmal war bislang in der Rüdigerstraße in der Nähe des Bahnhofs zu finden. Aus dem Standort wurde mittlerweile ein Parkplatz.(siehe Foto unten)

„Das Alois Futterer-Denkmal ist verschwunden!“, meldete sich ein besorgter NÖN-Leser vergangene Woche in der Redaktion. Futterer, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, wurde 1942 als Kopf der „Pöchlarner Zelle“ enthauptet. 1946 wurde ein Platz in der Stadt nach ihm benannt, seit 1950 erinnert eine Gedenktafel an Futterer. Im Jahr 1965 wurde der Platz wieder in „Thöringplatz“ umbenannt, dabei verfrachtete man die Tafel in die Rüdigerstraße. Seit Kurzem ist sie dort nicht mehr zu finden.

privat

„Ich mache mir Sorgen“, erläuterte der Pöchlarner, „denn der Rechtsruck ist überall spürbar, auch bei uns in der Nibelungenstadt.“ Sorge bereitet ihm auch, dass nun Eternit-Platten den Platz zieren, wo einst das Denkmal des Widerstandskämpfers stand. „Futterer darf nicht in Vergessenheit geraten“, betont er. Und das wird er auch nicht. Die Bedenken rund um rechtsradikale Beweggründe für das Verschwinden der Tafel erweisen sich nach NÖN-Recherchen nämlich als unbegründet.

„Futterer darf nicht in Vergessenheit geraten“Besorgter NÖN-Leser

„Die Tafel liegt unversehrt und restauriert im Depot des Stadtarchivs“, lässt Walter Resch wissen. „Sie wartet quasi nur mehr auf die Neuinstallierung.“ Die Steintafel, die im Besitz der Pfarre Pöchlarn ist, wurde zur Sanierung demontiert. Nun sucht der Verein einen „würdigen Platz, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren“. Im Herbst will die Stadtgemeinde den neuen Standort des Denkmals präsentieren. „Die diesbezüglichen Gespräche laufen. Wir wollen der Tafel einen prominenteren Platz in unserer Stadt geben“, erläutert VP-Bürgermeister Franz Heisler.