Mann leugnet Vergewaltigung. „Sex war freiwillig“, sagt 27-Jähriger vor Gericht und leugnet Gewalttat. Gutachten beantragt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 08. Juli 2019 (08:19)
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Mit schweren Anschuldigungen sieht sich ein 27-Jähriger vor Gericht konfrontiert, wegen Vergewaltigung muss der Pöchlarner in einem Prozess am Landesgericht in St. Pölten vor einem Schöffensenat Rede und Antwort stehen.

In einem Kaffeehaus soll der Angeklagte das Opfer heuer im Februar zu später Stunde kennengelernt haben. Weil die Frau dann den Zug nach Hause verpasst habe, so die Staatsanwaltschaft, habe sie bei dem 27-Jährigen übernachtet. Dabei soll es zu der Tat gekommen sein.

Vor Gericht war der Angeklagte nicht geständig. Zu sexuellen Handlungen sei es gekommen, berichtete er bereits am ersten Prozesstag. „Ja, wir haben im Kaffeehaus geredet, dass sie bei mir schläft, dass wir Sex haben werden“, erklärte er. Letzte Woche wurde der Prozess fortgesetzt.

Wieder kein Ergebnis

Ein Zeuge wurde befragt. „Wir haben Bier und Wein getrunken, bis Mitternacht“, erzählte er. Ob sich etwas angebahnt habe zwischen dem Angeklagten und dem mutmaßlichen Opfer? „Ich habe nichts gesehen, das weiß ich nicht“, sagte er immer wieder. „Sie drucksen herum“, meinte die vorsitzende Richterin und warnte vor falscher Aussage.

Die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens beantragte der Staatsanwalt. „Es muss geprüft werden, ob das Opfer an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leidet“, so der Ankläger. Die Richterin gab dem Antrag statt. Auch Zeugen sollen noch befragt werden. Der Prozess wurde wieder vertagt.