Stadtbad: Von wegen klein und fein?. Anlage soll laut Analyse für 1.000 Gäste am Tag ausgelegt werden. Ein Wert, der skeptisch macht.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 05. Dezember 2018 (04:43)
Es gibt mehrere Möglichkeiten für die Zukunft des Pöchlarner Stadtbades. Erste Bedarfsanalyse stößt auf Skepsis in der Stadt.
Schweiger

Während im Pöchlarner Stadtbad Winterpause herrscht, wird weiter an der Zukunft der Anlage gefeilt. „Klein, aber fein“ lautete die Devise, als die Mandatare im September 2017 den Entschluss fassten, das Bad neu am selben Standort zu errichten. Seither holt sich die Stadtgemeinde Meinungen von Experten ein – und was da präsentiert wurde, mutet nicht gerade nach klein und fein an.

Geht es nämlich nach der ersten Bedarfsanalyse von Ingenieur Ernst Karl, soll die Anlage für bis zu 1.000 Gäste pro Tag ausgerichtet werden. „Das kommt mir aber schon etwas ambitioniert vor“, meint VP-Stadtchef Franz Heisler. Dieses Ergebnis setzt sich aus der Bevölkerungszahl und dem angenommenen Einzugsgebiet zusammen.

"Wichtig ist auf alle Fälle, dass sich im Bad etwas tut"

1.000 Besucher am Tag sind für Badbetreiber Niko Hasic allerdings eher ein Spitzenwert im Hochsommer als der Durchschnittswert: „Die Liegewiese schafft so eine Kapazität, das Becken nicht. Und das soll ja kleiner werden, soweit ich weiß.“ Über die aktuellen Pläne des Stadtbades wird Hasic von der Gemeinde nicht informiert. „Ich kenne zwar das Stadtbad, aber weiß nicht, wie es um die Anlage steht.“ Im Dezember 2019 läuft sein Vertrag aus. Ob er nach der nächsten Saison verlängert, weiß er noch nicht. „Mal sehen. Wichtig ist auf alle Fälle, dass sich im Bad etwas tut.“

Wenn es nach dem Betreiber geht, würde er die Sanitäranlagen erneuern – alles komplett abzureißen und neuzubauen hält er für wenig sinnvoll. „Das Bad ist schön, es braucht nur ein paar Feinadjustierungen. Ich glaube nicht, dass der Umbau im großen Stil, wie es derzeit die Runde macht, stattfinden wird“, zeigt sich Hasic skeptisch.

„Das muss ich klarstellen“, hakt der zuständige FP-Stadtrat Karl Huber ein, „was genau gemacht wird, ist noch nicht fix. Es gibt drei Varianten.“ Entweder erneuert man nur das Becken oder man baut die komplette Anlage neu – im zweiteren Fall könnte sich die Stadtgemeinde für eine „winterharte“ Anlage mit Überdachung entscheiden. Damit wäre das Bad nicht nur im Sommer geöffnet.

„Die Planungsarbeiten sind in vollem Gange. Im Frühjahr werden wir eine Bäder-Tour machen und uns Anlagen ansehen, die als Vorbild dienen könnten“, betont Huber, dass noch nichts in Stein gemeißelt ist. Wohin die Besichtigungsreise geht, steht jedenfalls im Raum: die Freibäder in Herzogenburg und Lilienfeld.