„Zukunft des Gasthauses steht in Sternen“. Was seit einiger Zeit im Raum stand, ist mit 31. Jänner fix: Familie Gerstbauer schließt aus gesundheitlichen Gründen ihr Traditionsgasthaus in der Pöggstaller Badgasse.

Von Friedrich Reiner. Erstellt am 24. Januar 2018 (05:00)
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Mit viel Idealismus, Freundlichkeit, Kompetenz und bestem Service ausgestattet, starteten Ernst und Christa Gerstbauer am 4. Februar 1996 mit dem ehemaligen Gasthaus der Familie Reithner in die Selbstständigkeit. Seitdem entwickelte sich dieses zu einer der besten Gaststätten der Region.

Ernst und Christa Gerstbauer nannten es „unser Wohnzimmer“, wo sich die Gäste wohlfühlen sollten. „Wir haben immer die persönliche Note in den Vordergrund gestellt.“ Ernst Gerstbauer tritt aus gesundheitliche Gründen am 1. Februar seinen Ruhestand an. Über die Zukunft des Betriebes mit drei Mitarbeitern konnte er keine konkrete Aussage tätigen: „Die Zukunft steht noch in den Sternen.“ An eine Verpachtung denkt er nicht. Wie es mit den elf Fremdenzimmern weitergeht, ist ebenfalls ungewiss.

Rogendorfersaal als Alternative für Events

Der 62-jährige erlernte den Beruf Koch in Rappottenstein. Er arbeitete in Wiener Hotels, war Küchenchef in der Nationalbank-Küche und gehörte der UN-Truppe 22 Monate lang in Syrien und Zypern an. Diese Erfahrung brachte er gemeinsam mit Gattin Christa, die aus Arndorf bei Neukirchen stammt, in den Betrieb in der Pöggstaller Badgasse ein.

VP-Bürgermeisterin Margit Straßhofer sieht in der Schließung „den Verlust eines Stückes Kultur.“ Es täte zwar weh, „aber man muss die Entscheidung respektieren“, meint sie wehmütig. Immerhin war der Betrieb, was die Grundversorgung an Komfortzimmern betrifft, sehr wichtig. Der Wegfall des Saales im Hause Gerstbauer mit rund 100 Sitzgelegenheiten wird mit dem Rogendorfersaal im Schloss kompensiert. In seiner nunmehr gewonnenen Freizeit bleibt dem Pensionisten mehr Zeit für Familie und für die Jägerei. „Eines werde ich auch weiterhin unternehmen: Meine Ex-Kollegen in Pöggstall besuchen, mit denen es immer eine sehr gute Zusammenarbeit gab.“