Melker Advent: Erfolg als Ansichtssache. Bühne und Kunstmeile sollten Verbindung zwischen Rathaus- und Hauptplatz schaffen. Kunsthandwerker orten Verbesserungspotenzial: Kundenmagnet blieb der Hauptplatz.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 05. Januar 2019 (06:17)
Die Bilanz der Standbetreiber am Rathausplatz und der Kunstmeile fällt eher mau aus.
Stadt Melk/Gleiß

Ab dem ersten Dezemberwochenende verzauberte das Melker Adventdorf Woche für Woche. Und zwar in der gesamten Bezirkshauptstadt: Während 2017 die Verbindung zwischen Haupt- und Rathausplatz weniger glückte, wurde erstmals eine Bühne neben dem Kolomanibrunnen aufgebaut. Klappte es so mit der Belebung des Rathausplatzes?

Kopecky-Papst: „Hier fehlte einfach der Flair“

Wenn man VP-Stadtchef Patrick Strobl fragt: ja. „Grundsätzlich war das Adventdorf wieder ein Riesenerfolg. Gerade beim Rathausplatz erwies sich der als Adventkranz geschmückte Brunnen als beliebtes Fotomotiv“, zieht der Stadtchef Bilanz. Mit Kunst, Kultur und hochkarätigen Musikern hat sich der Melker Advent einen Namen gemacht. „Das Feedback war von allen Seiten sehr gut“, strahlt der Bürgermeister.

Beim NÖN-Lokalaugenschein durch das Adventdorf zeichnete sich ein etwas anderes Bild ab: Während sich der Großteil der Besucher am Hauptplatz tummelte, kritisierten besonders die Standbetreiber entlang der Kunstmeile zwischen Haupt- und Rathausplatz akuten Frequenzmangel.

Ruth Kopecky-Papst aus Aggsbach-Markt verkaufte an zwei Wochenenden diverse Kräuterprodukte. Auch vergangenes Jahr tat sie das – allerdings in einer Hütte am Hauptplatz. „Hier fehlte einfach der Flair, heuer habe ich bei Weitem nicht so viel verkauft wie 2017.“ Ob sie nächstes Jahr wieder nach Melk kommt, weiß sie noch nicht.

Kopecky-Papst meint, den Grund für die Flaute zu kennen: „Wenn Kulinarik und Kunst nicht so getrennt gewesen wären, hätten wir Handwerker mit Sicherheit mehr Geschäft gemacht.“ Diesen Ansatz hat Stadtchef Strobl schon angedacht: „Verbessern kann man sich immer. Bei den Nachbesprechungen werden wir eine gemischte Anordnung der Standln ins Auge fassen.“